Es war eine Wiedervereinigung des „Re-Animator“-Teams: Regisseur Stuart Gordon, Produzent Brian Yuzna, Hauptdarsteller Jeffrey Combs und das Ganze lose basierend auf H.P. Lovecraft – doch leider nicht ganz mit dem Pfiff der ersten Kollaboration.
Dr. Edward Pretorius (Ted Sorel) und sein Assistent Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs) untersuchen die Auswirkungen, welche eine ganz besondere Stimulation der Zirbeldrüse haben kann – was sich als Tor zu einer anderen Dimension erweist. Allerdings endet ein Experiment damit, dass Tillinghast über der kopflosen Leiche des Doktors kniet. Was genau passiert ist, wird nur angedeutet, wobei dem Zuschauer bereits klar ist, dass Übersinnliches im Spiel ist – im Gegensatz zur Polizei.
Diese verhaftet Tillinghast nämlich als potentiellen Mörder und schickt ihn zu der Psychologin Katherine McMichaels (Barbara Crampton), welche seine Geschichte anhört und gar eine Überprüfung vorschlägt. Sie, Tillinghast und der Cop Buford ’Bubba’ Brownlee (Ken Foree) sollen das Experiment wiederholen...
Im Gegensatz zu „Re-Animator“ schlägt „From Beyond“ weitaus ernstere Töne an, das Maß an schwarzem Humor und grotesker Komik ist eindeutig weniger als dort. Gelegentlich blitzt zwar der Sinn der Macher für Makaberes hindurch, aber große Gags darf man nicht erwarten. Stattdessen versucht man sich an ernsterem Horror basierend auf den Kurzgeschichten H.P. Lovecrafts, auf dessen Werk es auch ein paar nette Anspielungen gibt (z.B. trägt Tillinghast ein T-Shirt von der Miskatonic University).
Doch leider verzettelt sich „From Beyond“ bei seiner Erzählung, die etwas faserig wird: Nach einer recht langen Exposition erfolgt eine Art Kammerspiel im Labor, nur damit man dann auf einmal in eine längere Krankenhausepisode zurückgeht, um schließlich zum Finale wieder im Labor zu enden. Das wirkt leider sehr uneinheitlich, da die verschiedenen Teile auch unterschiedliche Töne anschlagen (in der Krankenhausepisode steigen z.B. Bodycount und Splatterfaktor drastisch, während sich der Rest vom Film eher zurückhält) und macht es „From Beyond“ schwer einen durchgehenden Spannungsbogen hinzubekommen.
Dabei sind die unterschiedlichen Teile in sich meist ganz ordentlich gelungen, die Laborszenen sind leiser, die Krankenhausepisode oberflächlicher und lauter. Jedoch kann „From Beyond“ jedem Part einen gewissen Stempel und ein gewisses Flair aufdrücken, was zum Teil für Spannungsmängel entschuldigt. Ein paar missglückte Momente besitzt der Film zwar (z.B. die etwas unfreiwillig komischen Szenen um die Wandlung Katherines im Labor), doch Stimmung besitzt Stuart Gordons Werk schon.
Ein weiterer Ausgleich für die holprige Narration und diverse Logiklücken (v.a. im Verhalten einiger Charaktere) sind die Effektszenen. Gerade wenn die Wesen aus der anderen Dimension auftreten, dann bringt „From Beyond“ die Visionen H.P. Lovecrafts äußerst stimmig auf die Leinwand. Neben den phantasievoll gestalteten Kreaturen bietet „From Beyond“ auch einige derbe Splatter-FX, die handwerklich stets sehr sauber gemacht werden, vor allem die Attacke der Killerinsekten macht einiges her. Die Opfer sind zwar stets extrem vorhersehbar, aber die Umsetzung ist stets gut getrickst.
Jeffrey Combs vollzieht hier quasi den Wandel vom evil genius, das in „Re-Animator“ darstellte, zu dessen Handlanger, kann sich aber auch hier behaupten und überzeugt auch als weniger selbstsicherer Wissenschaftler. Barbara Crampton ist ebenfalls bereits aus „Re-Animator“ bekannt und spielt ordentlich, während „Dawn of the Dead“-Veteran Ken Foree sich als dritter im Bunde auch sehr gut behaupten kann.
Rein handwerklich ist „From Beyond“ wieder ein gelungener Stuart Gordon Filme: Gelungene Effekte und eine stimmungsvolle Inszenierung heben den Film über den Durchschnitt, nur verhindert das etwas holprige, gelegentlich den Stil wechselnde Drehbuch den Aufstieg in höhere Sphären.