Gern übersehen oder fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist „Black Rainbow“, ein kleiner übernatürlicher Thriller, der sich mit einer gehören Portion menschlichem Drama davor schützt, in die B-Horror-Ecke abgeschoben zu werden.
Rosanna Arquette spielt hier eine Art Medium, die auf sogenannten Erweckungsveranstaltungen Leute mit den Geistern von toten Anverwandten sprechen läßt, bis sie einen Draht in die nahe Zukunft bekommt und plötzlich den Leuten Tote vorstellt, die daheim und putzmunter sein müßten, bis das Schicksal die Zeit einholt.
Ruhig und in realistischen Bildern versteckt der Film seinen übernatürlichen Touch komplett, in dem er auf jegliche Form von Tricks komplett verzichtet. Im Mittelpunkt steht sogar die Suche eines Reporters (Tom Hulce in einer Post-Amadeus-Rolle) nach der Wahrheit oder einer entsprechenden Story.
Die Dinge komplizieren sich, als unser Medium einen Mord an einem Mitarbeiter einer Chemiefabrik vorhersagt und der Killer nun auch auf sie angesetzt wird.
Zentrum der Handlung bleibt aber die Beziehung zwischen Arquette und ihrem in Verbitterung saufenden Vater (Jason Robards gibt die volle Dröhnung zwischen Geldgier, Väterlichkeit und Abscheu vor sich und anderen), in die sich Hulce notgedrungen hineindrängt.
Die übernatürlichen „Seancen“ sind in langen Einstellungen ausgebreitet und gewinnen ihr leises Grauen durch die langsam auftretende Gewißheit, was jetzt vorgeht, bzw. vorgehen wird. Ein Anzeichen für den Blick in die Zukunft ist schon gleich zu Beginn die ständig vorgehende Uhr Arquettes, auch wenn der Zusammenhang erst später hergestellt wird.
Trotzdem besitzt „Black Rainbow“ durchaus eine leise, sich steigernde Spannung, die schließlich in einem bizarren Höhepunkt kulminiert, der nicht so leicht entschlüsselt werden kann, wenn es um Realität und Geistererscheinung geht.
Dank dem Fehlen jeglicher Pappdeckelklischeecharaktere ist der Film aber in sich so geschlossen, daß es ein Wunder ist, daß man so etwas Ungewöhnliches überhaupt noch in den 80ern realisiert hat. (7/10)