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"Black Rainbow" ist ein kleiner, feiner Mystery Thriller, der wohl getrost als eine der "vergessenen Perlen" der 80er Jahre bezeichnet werden kann. Dabei bietet der Film weder eine Effekt Orgie noch blutiges Gesuppe, er besticht viel mehr durch eine sich langsam entwickelnde Spannung, eine hervorragende Hauptdarstellerin und eine durchdachte Story.

Für den geneigten Horrorfilmfan dürfte es daher bald in akute Langeweile ausarten, wenn sich ein Großteil des Films als Vater-Tochter Drama herausstellt. Der Horror, der hier eher in Form von Suspense einzug hält, kommt schleichend daher. Es gibt keine Monster, keine irren Killer und keine Kunstblutfontänen. Regisseur Mike Hodges, der neben "Flash Gordon" immerhin auch den Original "Get Carter" gedreht hat, erzählt seine Geschichte über eine junge Frau, die mediale Fähigkeiten besitzt und ihren Vater, die gemeinsam durch die USA ziehen um vor Publikum ihre "Show" abzuziehen, in sehr ruhigen Bildern. Nichts wirkt gehetzt, die Bilder lassen sich ebenso wie die Geschichte Zeit. Erst als Martha (Rosanna Arquett) bei einer Veranstaltung den Tod eines Mannes vorraus sagt, der auch bald wirklich von einem Killer getötet wird, beginngt die Geschichte langsam fahrt aufzunehmen, was aber nicht heißen soll, das es davor nichts lohnenswertes zu sehen gibt. Martha wird nun selbst von dem Killer gejagt und muss sich zu dem noch mit ihrem Vater herumschlagen, der Alkoholiker ist . Dazu häftet sich auch noch ein Reporter an ihre Fersen.

Besonders in den Szenen bei den Sitzungen zeigt sich, dass es keinerlei Schockeffekte oder ähnliches bedarf um Spannung zu erzeugen.Es reicht alleine die schauspielerische Fähigkeit von Rosanna Arquette und die Story. Der Zuschauer kann bereits erahnen was passieren wird, doch wenn es dann wirklich so kommt, kann man sich diesem Gefühl der Unsicherheit doch nicht entziehen, das der Film geschickt erzeugt. So schreitet die Geschichte dann auch unaufhaltsam auf ihr Ende zu, dass man als erstaunlich kryptisches Finale vorgelegt bekommt und am besten selber versucht daraus etwas für sich zu machen. Auf jeden Fall hält es noch einige Überraschungen bereit, die einen dann vollends mit dem Gefühl zurücklassen, das man gerade einen Film gesehen hat, der sich wohlig von der 80er Jahre Einheitsware unterscheidet.

Einen Großteil tragen dazu die Darsteller bei. Neben der schon erwähnten Rosanna Arquett, die eine der besten Leistungen ihrer Karriere abliefert, sind es insbesondere Jason Robards als Marthas Vater und "Amadeus" Tom Hulce als Reporter die einem im Gedächtnis bleiben.

"Black Rainbow" ist ein Film, den man am besten nicht locker mal neben her anschaut, er erfordet schon einige Aufmerksamkeit und auch einen durchaus aufgeschlossenen Zuschauer, denn man bekommt hier keinen Standard Film vorgesetzt. Eher ist das ganze ein schauspielerisch enorm starkes Drama, das sich von Minute zu Minute immer mehr zu einem Film entwickelt, der am ehesten dem Mystery Genre zuzuordenen ist. Wer aber gefallen daran hat sich auch mal auf einen etwas anderen Film einzulassen, darf hier ruhig unbesorgt zugreifen. 7 von 10 Punkten.

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