Sechs Mann wurden durch einen eingestürzten Stollen wochenlang eingeschlossen und losten zum Bedürfnisstillen untereinander aus, wer seinen Arm als Mahlzeit opfern muss, doch kurz nach der Tat wurden sie gerettet und verschwiegen das Geschehen. Jahre später werden die beidarmigen Geretteten von einem Unbekannten bedroht und teilweise ihres Armes erleichtert. Der Verdacht, dass der in der Vergangenheit Entarmte dahinter steckt, liegt auf der Hand und so versuchen die Männer dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben.
Beim Erblicken des Covers der cmv-schen DVD, in deren Trash Collection dieser Titel erschienen ist, dachte ich im ersten Moment "Oh, gibt es tatsächlich eine John Sinclair Verfilmung, von der ich nichts weiß?", denn das selbe Bild ziert das John Sinclair Taschenbuch Nummer 24 "Der lächelnde Henker", doch bei dem Film handelt es sich nicht um das Zusammentreffen des Geisterjägers mit einem bekaputzten Henker, sondern um einen kleinen Revenge-Slasher-Thriller.
Anfangs macht der Streifen ordentlich Laune, als ein Mann den ersten abgetrennten Arm per Post nach Hause bekommt, mit den Anderen über die Vergangenheit sinniert und diese uns in Form eines unterhaltsamen Rückblicks zu Teil wird. Danach gehts dann an die gegenwärtigen Ermittlungen der Jungs und den Einsatz des Hackebeils durch den Unbekannten. Hierbei entstehen dann durch viel überflüssiges Geplauder und handlungsarme Nebensächlichkeiten Längen, wodurch die Augen schon mal schwer werden können, doch am Ende wartet eine nette Überraschung mit einem bösen Abschluss als Entschädigung.
Dominierend in diesem Film ist die eindringliche und hirnzerreibende Synthesizer-Musik, die sämtliche Szenen prägt und für eine merkwürdige und stellenweise unheimliche Stimmung sorgt. Leider wird durch die Rolle des Klamauk-Radiomoderators diese zwischenzeitliche Ernsthaftigkeit bei einem Einblick in seine Arbeit mit albernen Kommentaren unterbrochen, was mich eher nervt als unterhält.
Wenig überzeugend sind die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, was einem spätestens in der Anfangssequenz deutlich wird, wenn der Hauptdarsteller beim Auspacken des Armpaketes versucht Entsetzen zu simulieren. Naja, zum Glück wird den Mimen im Verlaufe des Filmes ansonsten nicht so viel Darstellungsvielfalt abverlangt.
Wer auf Grund des reißerischen deutschen Titels oder der Inhaltsangabe auf ein Splatterspektakel hofft, dürfte enttäuscht von Dannen ziehen, denn explizite Einblicke in die Arbeit des Henkers gibt es nicht. Die Gewalttaten werden nur angedeutet und das Ergebnis wird dem Zuschauer präsentiert, wobei sich die Effekte hierbei meist auf einen losen Armdummie mit roter Farbe beschränken. Trotzdem haben diese Szenen ein gewisses Etwas, denn durch die stellenweise experimentellen Kameraeinstellungen und Schnitte wirds interessant.
Insgesamt ist dies ein kleiner aber feiner Film mit einem gelungenen Anfang, einem bösen Ende und einem teils lahmen, teils interessanten Dazwischen, wobei sich bei mir rückblickend die positiven und negativen Empfindungen die Waage halten.