Review

Dieser Film ist all jenen gewidmet, die mit ihrer Arbeit nicht so ganz zufrieden sind (oder mal waren). All jenen, die sich von ihren Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen, völlig unmotiviert vor sich hinarbeiten und auf dem Weg zur Arbeit ständig im Stau stehen...

So ergeht es nämlich auch dem Protagonisten Peter (Ron Livingston), der so gar nicht zufrieden ist mit seinem Leben. Er untersteht 8 Vorgesetzten, die ihn permanent mit den gleichen Dingen nerven. Sein Job ist langweilig und eintönig, jeder Tag ist schlimmer als der vorherige. All dies scheint für die nächsten Jahre sein Leben zu bestimmen, bis er sich auf den Wunsch seiner Freundin zu einem Hypnosetherapeuten begibt, der leider während der Hypnose stirbt. Von dort an ändert sich Peters Leben schlagartig. Er lässt sich nichts mehr gefallen, macht nur noch Dinge zu denen er Lust hat... und fällt dabei die Karriereleiter hinauf!

Gerade die letztgenannten Szenen, in denen Ron Livingston mit verschlafener Coolness in Flip-Flops durchs Büro marschiert, oder auch den Wecker einfach mal klingeln lässt, sind vor allem für die eingangs erwähnte Zielgruppe ein zu großes Vergnügen. „Was, wenn ich mich auch einfach so verhalte?“ ist ein zu schönes Gedankenspiel für einen gebeutelten Arbeitnehmer, aber nur bedingt zur Nachahmung empfohlen, denn schließlich ist dies ein Film.

Und zwar ein sehr angenehmer. Einerseits gänzlich unspektakulär inszeniert. Keine großen Stars (außer Jennifer Aniston in einer sehr sympathischen Rolle), keine Spezialeffekte, dafür versehen mit einem feinen Humor, vielen Anspielungen (auf das echte Leben, aber auch auf andere Filme) und einer sympathischen und glaubwürdigen Besetzung. Schauspieler, die man schon mal gesehen hat, ohne dass man sich an die Namen erinnern würde. Insofern das Äquivalent zu manchem Büroleben: Kollegen, die man ganz nett findet, die man aber namentlich trotzdem nicht kennt.

Dass dieser Film von Mike Judge kommt, dem Erfinder von (den mittlerweile in Vergessenheit geratenen) „Beavis & Butthead“, ist bei seiner Machart durchaus erstaunlich, denn der eben schon erwähnte Humor kommt fein daher und ohne Brachial- oder Fäkalwitze aus. Genau diese Komponenten machen aus „Alles Routine“ einen so „angenehmen“ Film, den man sich immer wieder anschauen kann, übrigens auch wenn man keine Job-Probleme kennt, nur dann ist er wohl nicht ganz so witzig. Insofern bildet „Alles Routine“ eine der seltenen Ausnahmen, in denen die unspektakuläre Machart dem Film zugute kommt, da er sonst nicht auf dieser Art funktionieren würde. Also Daumen hoch für Peter und seine Kollegen, die dem lausigen Berfusleben entkommen wollen. Ob sie es wohl schaffen werden?

Fazit:

8 / 10

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