Zu meinen ersten Horrorfilmen die ich als Jugendlicher sah gehörte neben „Friedhof der Kuscheltiere“, „Halloween“ auch „Die Fliege“ dazu. Das erste Mal Mitte der 90er im TV gesehen, wohl auch gekürzt, aber das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ist an sich auch jetzt nicht so wichtig, was wichtiger ist, ist die Tatsache, das mich David Cronenberg´s Film und Thematik damals wie auch heute noch sehr fasziniert. „Die Fliege“ gehört für mich einfach zu den besten Horrorfilmen.
Der menschenscheue Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) arbeitet in einer großen Lagerhalle an einem jahrelangem Experiment, das sich mit dem Thema Teleportieren befasst. Hierzu hat er einen Teleporter entwickelt, der es ihm ermöglicht einen Gegenstand von einem Ort zum anderen zu transportieren. Nachdem er mit Hilfe von der Journalistin Veronica Quaif (Geena Davis) hinter das Geheimnis kommt wie man lebendes Gewebe unbeschadet teleportiert, beschließt er sich selbst als Versuchsobjekt zur Verfügung zu stellen.
Als er jedoch in eine der Teleboxen steigt bemerkt er nicht, das sich darin zu dem Zeitpunkt auch eine Fliege befindet. Nach Abschluss des Vorgangs fühlt sich Seth unglaublich stark und selbstbewusst und erlangt ungeahnte physische Fähigkeiten. Doch im Laufe der Zeit machen sich erste Nebenwirkungen wie starke Körperbehaarung bemerkbar. Als sein körperlicher Verfall immer größere Formen annimmt bemerkt Seth das sich seine menschliche DNS mit der einer Fliege gekreuzt hat. Er weiß nicht was er dagegen tun soll und so mutiert er immer mehr zu einer Fliege...
Als erstes sei gesagt dass ich das Original aus dem Jahre 58 nicht kenne. Somit fehlt mir der Vergleich und deshalb fällt meine Bewertung unabhängig vom Orig. auch dementsprechend aus.
Auf jeden Fall ist die Thematik des Films sehr interessant und zieht den Zuschauer sofort in seinen Bann. Der Film beschränkt sich lediglich auf drei Personen. Dabei ist die dritte Stathis Borans (John Getz) nur eine Randfigur die gelegentlich in Erscheinung tritt. Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Wissenschaftler Seth Brundle und der Journalistin Veronica Quaif.
Man erfährt wie die beiden sich kennen lernen und wie daraus eine Liebesbeziehung entsteht. Dabei hält Veronica Seth Brundle´s Experiment mit der Videokamera fest und somit wird alles dokumentiert.
Die erste Hälfte des Films befasst sich der Film mit der Vorstellung der Charaktere und ihre Beziehung zu einander. Man bekommt die Lagerhalle zu Gesicht und die riesigen Teleboxen, genauso bekommen wir ein wenig ein Blick in das Privatleben der Protagonisten. Während Veronica von ihrem Ex-Freund und zugleich Boss Stathis Borans immer noch belästigt wird, besitzt Seth gar kein Privatleben. Lediglich seine Arbeit bedeutet ihm alles. Also arbeitet er von zu Hause aus und wird finanziell von seiner Firma unterstützt.
So wird eine ordentlich Atmosphäre erschaffen und die Story entwickelt sich langsam. Dabei stellt das Transportieren in den Teleboxen eines der Highlights dar. Denn anfangs häufen sich die Fehler wodurch ein Pavian sein Leben lassen muss. Die Erklärungen über die Funktionen der Teleboxen werden ausreichend beleuchtet, der Zusammenbau wird aber nicht näher erläutert. Wäre aber wohl auch zu kompliziert gewesen und ist deshalb auch nicht kritikwürdig.
Der körperliche Zerfall Brundle´s wird zeitlich mit einigen Ekelszenen (Fingernägel und Zahnausfall, Ohrabfall etc.) gezeigt und ist teilweise sehr hart anzuschauen. Die Mutation ist dabei FX-technisch Top umgesetzt und sehr beeindruckend. Alles noch handmade und das merkt man auch in jeder Szene. Hier haben die FX-Macher phantastische Arbeit geleistet und die Oscar-Auszeichnung für die besten Make-up-Effekte hat der Film verdient gewonnen.
Jeff Goldblum ist als Wissenschaftler Seth Brundle die Idealbesetzung und spielt sehr gefühlsbetont. Zu Beginn euphorisch und nachdenklich und zum Ende hin verbittert und reuelos. Wie er den überheblichen Wissenschaftler darstellt und dann die menschgewordene Fliege verdient großes Lob. Er reißt auch ein paar sarkastische Sprüche wie „Mein Medizinschrank ist mittlerweile ein Brundle-Museum für Naturgeschichte.“ „Willst du mal sehen, was da alles drin liegt.“
Geena Davis kann da nicht ganz mithalten, passt in diesen Film aber sehr gut hinein. Hier und da mal etwas Trauer zeigen und ein paar Tränen vergießen, mehr muss sie dann aber auch nicht tun.
John Getz spielt Veronica´s Chef und Ex-Freund Stathis Borans und mehr als ein paar Machosprüche kloppen braucht er nicht, wenigstens gegen Ende nimmt seine Rolle noch etwas Bedeutung an.
„Die Fliege“ ist ein interessantes und spannendes Horror-Drama, das trotz der ersten Hälfte in der nicht allzu viel passiert zu keiner Minute langweilt. Die FX sind großartig, die Schauspieler super und die Story könnte wohl kaum innovativer und interessanter sein.