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Nach "Videodrome" legte Regisseur David Cronenberg eine kleine Schaffenspause ein, um dann mit dem perfekten Remake zu "Die Fliege" zurückzukehren. Das Original wurde 1958 unter der Regie von Kurt Neumann abgedreht und fand bisher zwei Fortsetzungen. Auch vom zweiten Teil drehte man ein Remake. Hier war Cronenberg der Auslöser, für die Glückung des Remakes. Er nahm zusätzlich einige Veränderungen am Drehbuch von Charles Edward Pogue (Psycho III, Dragonheart) vor und erntete für die Ekeleffekte, samt Maske einen Oscar. Leider hat Cronenberg heute in Punkto des skurillem Horrors sehr nachgelassen. Sein letztes richtig gutes Werk war "eXistenZ" auf diesem Sektor, wobei auch seine Gewaltstudie "History of Violence" nicht zu verachten ist. Jedoch würde ich den Regisseur gerne mal wieder back to the roots sehen, als er noch Filme wie "Rabid" oder "Parasiten-Mörder" inszenierte.

Auf einer Party lernt die Journalistin Veronica Quaife (Geena Davis) den Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) kennen. Er hat als Erster das Telepotieren realisiert, leider bisher nur tote Materie. Veronica will ein Buch über Seth schreiben und verliebt sich in den schüchternen Wissenschaftler. Durch seinen ununterbrochenen Ehrgeiz schafft es Seth bald einen Affen zu telepotieren. Die Untersuchungen des Tiers will er nicht abwarten und geht selber durch den Teleporter. Jedoch gelang unbemerkt eine kleine Eintagsfliege mit in den Teleporter. Seth ahnt noch nichts von seinem Glück, aber sein Körper beginnt sich zu verändern. Fingernägel, Zähne und andere Körperteile fallen einfach ab, überall wachsen ihm borstige Haare, er beginnt sich in ein Monster zu verwandeln. Veronica bekommt es mit der Angst zu tun, denn sie ist schwanger von Seth.

Cronenberg hält sich ziemlich strikt an die Vorlage, setzt das Remake jedoch mit wesentlich mehr Ekel und Tempo in Szene. Die Lauflänge ist mit circa 91 Minuten ziemlich identisch mit dem Original, welches heute leider zu veraltet ist, aber für Nostalgiker immer noch einen Blick wert. Jeff Goldblum ist normalerweise kein von mir bevorzugter Darsteller, doch diese Rolle meistert das Glubschauge wirklich bravurös. Erst der sehr ruhige Typ, welcher jeden Tag die selbe Anzugkombination trägt, welcher gerne redet und später immer aggressiver werdend. Selbst die langen Haare stehen ihm hier gut. Geena Davis überzeugt wie eigentlich immer und John Getz sorgt mit seiner Aufdringlichkeit nebenbei für ein wenig Humor. Der Film selbst ist, wie bei Cronenberg üblich, bierernst und später sogar sehr traurig. Es bleibt aber alles in einem vorhersehbaren Rahmen. Veronica verliebt sich sehr schnell in Seth, aber ihr Boss und ehemaliger Liebhaber Stathis Borans hängt ihr immer noch an der Pelle und wird für sie gegen Ende zum Retter in der Not.

Ein bisschen Zeit lässt sich Cronenberg aber schon, bis er zum Punkt kommt. Er verleiht den Charakteren ein wenig Tiefe, damit es dem Zuschauer besonders um den sympathischen Seth richtig leid tut. Die F/X sind für das Alter des Films wirklich gut geworden, nur die Arm und Bein Abäzung sieht ein wenig billig aus. Aber man ekelt gut das Publikum, erzielt damit locker den gewünschten Effekt und die Maske ist wirklich brillant. Seth sieht immer schrumpeliger und gruseliger aus, er muss auf sein Essen kotzen, um es verdauen zu können, ständig fällt an ihm etwas ab, wie zum Beispiel das Ohr. Erst im Finale verwandelt er sich dann sehr eklig und spektakulär in eine Riesenfliege, ein wirklich toller F/X. Die Brutalitäten halten sich zahlenmäßig in Grenzen, jedoch wenn, dann richtig. Auch der missglückte Teleportationsversuch mit dem Affen, der Armbruch und Veronica´s Alptraum sorgen für ein doch mulmiges Gefühl in der Magengegend. Durchweg hält Cronenberg die Spannung auf einem hohen Niveau, aber ein paar Dialoge hätte man sich auch sparen können.

Gut gespielt, zum Teil ziemlich eklig. Ab und an ein wenig dialoglastig, aber insgesamt hat Cronenberg ein absolut würdiges, wenn nicht sogar besseres Remake erschaffen. Der zweite Teil kann da lange nicht mithalten.

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