iHaveCNit: Die Fliege (1987)
So ganz ohne großen Einstieg geht es in David Cronenbergs Film, den ich gestern spontan auf Netflix gefunden und gesichtet habe.
Seth Brundle ist ein brillianter Wissenschaftler, der in der eigenen Wohnung eine Maschine entwickelt hat, die Zellen von einem Punkt an den anderen teleportieren kann. Tests an Objekten haben bereits funktioniert, aber bei lebenden Organismen noch nicht. Während Seth Brundle die junge Veronica kennen- und lieben lernt, wagt er selbst den Versuch in seiner Maschine, in der durch Zufall eine Fliege eingeschlossen wird. Das Experiment gelingt, doch mehr und mehr verändern sich die Zellen im Körper Seths, denn seine Zellen scheinen sich mit der eingeschlossenen Fliege verbunden zu haben. Das hat nicht nur Folgen für Seth, sondern auch für seine ganze Umgebung, unter anderem seine Liebe Veronica.
„Die Fliege“ ist ein Film gewesen, den ich abstoßend und faszinierend zugleich finde. Er ist sowohl Science-Fiction-Horror als auch ein Psychogramm bzw. Charakterstudie. Er lebt von den sehr guten Darstellungen seiner Hauptdarsteller Jeff Goldblum und Geena Davis. Der Science-Fiction-Horror mag damals mit seinen Effekten und des guten Make-Up-Designs noch ganz aktuell und gut gewesen sein, aber er ist nicht gut gealtert. Aber der ekelhafte Splatterhorror erzielt seine abstoßende Wirkung immer noch. Viel wichtiger als der oberflächliche Schockeffekt ist das, was unter der Oberfläche stattfindet. Denn das Liebesdrama zwischen Jeff Goldblum und Geena Davis ist sehr emotional und tragisch und das Psychogramm bzw. die Charakterstudie in Bezug auf Seth Brundles Obsession ist sehr interessant herausgearbeitet worden, so dass der Film auf und auch unter der Oberfläche genug zu bieten hatte, um seinen Sog bei mir zu entwickeln. Und da sich der Film vorwiegend in Seths Wohnung abspielt, hat er auch den Charakter eines Kammerspiels. Zusammen mit Howard Shores Soundtrack bekommt der Film auch musikalisch seine abstoßende und faszinierende Atmosphäre. Und mit knapp 96 Minuten ist er keine Minute zu kurz oder zu lang.
„Die Fliege“ - My First Look – 9/10 Punkte.