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Auf einer Veranstaltung begegnen sich die Journalistin Veronica Quaife und der Wissenschaftler Seth Brundle. Dass er angibt, eine der größten Erfindungen der Menschheit geschaffen zu haben, beeindruckt sie zuerst wenig. Dennoch lässt sie sich darauf ein, seine Wirkungsstätte zu besuchen und verfällt alsbald in Erstaunen. Denn Seth präsentiert ihr zwei Kammern, zwischen denen er Materie transportieren kann. Veronica dokumentiert seine weiteren Forschungen, denn sein Ziel ist es, auch Lebewesen von A nach B zu teleportieren. Ein Selbstversuch gelingt zwar, doch stellt sich bald heraus, dass Seth nicht allein in der Box war.

Man ahnt es ob des Titels natürlich, was sich da mit dem von Jeff Goldblum gespielten Wissenschaftler in der Ausgangsbox befand und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Veränderungen, denen Seth nun unterworfen ist, treten langsam aber sichtbar zutage. Und somit auch das, wofür der von David Cronenberg inszenierte Horrorstreifen einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Denn die oscarprämierten Make-Up-Effekte sind ein Pfund, mit dem der Film wuchern kann.
Mit viel praktischer Arbeit, Maske und Kunstfertigkeit bietet die Transformation immer wieder recht anschauliche und scheußliche Szenen. Technisch chic und die gewollte Wirkung nicht verfehlend wird man so Zeuge des Übergangs vom Menschen Brundle zu einer Monstrosität, einer Mischung aus Dingen, die nicht zusammengehören. Cronenberg ist im Feld des body horror nun wahrlich kein unbeschriebenes Blatt und hier kann er sich dann auch austoben, bietet nicht nur die Metamorphose zu „Brundlefly“, sondern auch die Verschmelzung von Organismus mit Maschine. „The Fly“ ist immer noch eine gelungene Präsentation praktischer Effektarbeit.

Doch hat Cronenbergs SciFi-Horror-Drama mehr zu bieten als nur diese Seite. Die Geschichte selbst hält sich kaum mit Nebensächlichkeiten auf. Der Verfall und der Dreh vom anfangs sympathischen Wissenschaftler zur immer bedrohlicher und gespaltener agierenden Figur ist eine flott erzählte Abwärtsspirale. Seths Veränderung ist dabei nicht ohne Tragik und Goldblum bespielt diesen Weg ansprechend. Mit Geena Davis bekommt er dabei eine passende Partnerin an die Seite, das Duo und die Chemie zwischen den beiden tragen einen nicht unerheblichen Teil zum Gelingen bei. Seine sich einschleichenden Manierismen, sie zwischen Abscheu und Zuneigung. Die beiden transportieren die Facetten fließend auf die Leinwand. Als dritter, aber für die Geschichte nicht unwichtiger Bezugspunkt fungiert John Getz als Stathis Borans. Meist als Drecksack unterwegs entbehrt seine Rolle insbesondere gegen Ende nicht einer gewissen Bedeutung und hier liefert das Skript ab, indem es ihn eben nicht zur rein ärgerlichen Nebenfigur verkommen lässt.
Überhaupt läuft im Hintergrund, neben den ganzen sichtbaren Reizen, ein durchaus einnehmendes Drama ab. Vielleicht an manchen Stellen auch zu schnell, denn ist der fehlende Ballast auf der Habenseite zu verbuchen, geht es mit manchen Elementen doch schon zu rasant. Die Entwicklung der Romanze ist da ein Beispiel, auch wenn diese natürlich aus dramaturgischer Sicht notwendig ist. Ebenfalls gelungen ist der Score von Howard Shore, der zum Ende noch einmal aufdreht.

Cronenbergs body horror-Drama ist bekannt für die scheußlich-schönen Effekte, erzählt aber dennoch auch eine tragische Geschichte von Errungenschaft und Niedergang. Stellenweise nimmt er sich dafür vielleicht etwas zu wenig Zeit, andererseits kann man sich so nicht über Leerlauf beschweren. Gute Darsteller und was fürs Auge, nicht für den Magen. Ein starker Genrebeitrag, der nichts von seiner Qualität verloren hat.

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