Review

Inhalt:

Im chinesischen Himmelsreich:

Zhou Bao´s (David Chiang) und ZiXiao´s Liebe steht unter einem schlechten Stern. Ihre Beziehung stößt unter den Göttern auf wenig Gegenliebe.
Beide müssen fliehen, notfalls in die Welt der Sterblichen auf Erden.
Das südliche Himmelstor wird streng bewacht, und dort führt turnusmäßig Xin Ling (Li I Min) die Wachen an. Er verhilft aber beiden zur Flucht!

Zur Strafe wird Xin Ling von den Göttern zu einem Sterblichen reinkarniert, er muss auf Erden als gewöhnlich-sterblicher Taxifahrer weiterleben.

Auf Erden, in der Welt der Sterblichen:

Auch hier steht die Liebe eines jungen Paares unter schlechten Vorzeichen. Die Sekretärin Shih Qi (Jenny Tseng) liebt den jungen Chen Ding (Alexander Fu Sheng). Doch wird sie auch vom Gangster-Boss Huo (Chiang Tao) begehrt. Es kommt zwischen ihm, seinen Männern und Chen zum Kampf.
Huo muss fliehen, und sucht beim Anführer (Johnny Wang Lung Wei) einer Schlägergang professionelle Hilfe.

Die Gang überfällt Shih und Chen, doch kommt denen der -jetzt- Taxifahrer Xin Ling zu Hilfe. Der Gang-Führer greift zur Pistole. Es lösen sich 2 Schüsse, sowohl der Banden-Chef als auch Xin Ling fallen diesen zum Opfer.....

In der Hölle:

Im weitläufigen Höhlensystem der chinesischen Hölle -einem Folterkeller sondergleichen- führen der "King of hell" und sein "Judge of hell" (Ching Miu) ein äußerst willkürliches Regime. Ihnen stehen als Folterknechte ehemals Sterbliche zur Verfügung, die auf Erden zu den schlimmsten Schurken gehörten.

Hier muss sich nun Xin Ling zurechtfinden und behaupten. Ihm zur Seite steht die junge "Red dress" (Lin Chen Chi), und beide suchen verzweifelt einen Ausweg aus diesem Dasein.
Da kommt ihnen das Schicksal zu Hilfe. Der "Buddha of mercy" macht der Hölle seine Aufwartung, und Xin Ling erhält die Chance zur Reinkanation.
Er soll sich den Weg aus der Hölle freikämpfen. Hierzu sollen ihm 4 junge Männer (Tang Yen Tsan, Lo Mang, Kuo Chui, Sun Chien) beistehen, die zwar in der Hölle landeten, was aber auch widrigen Umständen geschuldet war.

Die 5 haben nichts zu verlieren, und nehmen den Kampf gegen den "King of hell" und seine Schergen auf. Da erhalten sie von völlig unerwarteter Seite Hilfe.........


Fazit:

"Heaven and hell" heißt Chang Cheh´s sehr surrealer Experimentier-Film, der mit interessantem Set-Up, einigen passablen KungFu-Fights, illustrem Star-Ensemble, aber auch durch eine verquere, überfrachtete und konfuse Story nicht jedermann´s Sache sein dürfte.
1979 drehte Eastern-Routinier Chang Cheh diesen experimentellen Streifen für die Studios der Shaw Brothers denn fast ohne roten Faden..., eine Collage auf 3 Ebenen episodenartig.

Nacheinander werden die "Räume" Himmel, Erde und Hölle als Örtlichkeiten für die "Handlung" einbezogen, jedes Umfeld steht für eine Episode.
Den Zusammenhang für diese Episoden bildet die Hauptfigur, bildet Li I Min, der quasi als einziger Protagonist in diesem Streifen durchgehend vorhanden ist, somit quasi durch diesen Streifen führt.
Doch trotzdem bilden die 3 Episoden letztendlich 3 Geschichten für sich. Es gelingt Chang Cheh m.E. nicht, diese 3 Teile zu einem stimmigen Gesamtkonstrukt zu verweben.

So bleibt denn die Story an sich ohne roten Faden, die Dramaturgie bleibt unausgegoren. Auch dass Chang Cheh in diversen Rückblenden die diversen chinesischen Epochen zusammenwirft, was sich auch in den epochal verschiedenen Outfits der Darsteller widerspiegelt, hilft letztendlich dem Zuschauer nicht, sich in dieser ganzen wirren Sache zurecht zu finden.
Chang Cheh wollte ein illustres Epos schaffen, experimentierte rum, warf die Dinge zusammen, er wollte einen KungFu-Film schaffen, und einen Liebesfilm, und einen Kostüm-Streifen, und einen Film mit Alexander und Jenny, und einen modernen Krimi, und einen WuXia-Film, und einen surreal-experimentellen Kunstfilm, und ein Film-Musical, und und und .....
und er verheddert sich dabei!
Das ganze ist überfrachtet, dass sich die Balken biegen. Chang Cheh schmeißt alles mögliche und unmögliche in diesen Film, und das ist einfach alles zuviel, von allem etwas und nichts vollkommen..., weniger wäre hier sicher mehr gewesen.

Die "Story" ist das eine, die Kulissen das andere. Okay, Himmel und Hölle sind 2 imaginäre Welten, dass da die Studio-Arrangeure ihrer Fantasie freien Lauf ließen, und alles in eine surreale Note packen, das kann ich verstehen.
Doch auch die "Erd"-Szenen sind hier surreal verzerrt. Dies betrifft die Szenen mit Alexander Fu Sheng und Jenny Tseng insbesondere.
Das Set-Up ist hier derart befremdlich spartanisch, da fragt man sich, was das sollte. Alles Studio-Szenen, doch wirkt das Studio wie ein Atelier, wie das Bühnenbild eines Theaters. Das ganze erinnert irgendwie an "West Side Story" oder "Tod eines Handlungsreisenden".

Da stehen einzelne Kulissen allein im Raume, beispielsweise ein Gitter-Tor im Abgedunkelten, um das Fu Sheng einfach herumlaufen könnte, dennoch überklettert er es auf seiner Flucht.
 Darüber hinaus trällern die Turteltäubchen Fu Sheng und Tseng noch ein chinesisches Liebeslied..., na ja.

Doch das ganze ist nur Vorlauf. In der Hölle..., da fühlt sich Chang Cheh am wohlsten. Hier spielt sich der Hauptteil ab. Da kommen die Folterinstrumentalien genauso zu Einsatz, wie Chang´s neue Lieblinge, die Venoms.
Da scheint Chang aufzublühen..., die KungFu-Fights nehmen an Dramatik zu..., rettet dies den Film?

Irgendwie ja. Schon im Mittelteil kommt es zum KungFu-Duell zwischen Fu Sheng und Johnny Wang Lung Wei, auch hier ein knackiger Kampf, wenngleich mit ihren Fights in "New shaolin boxer" und "Five shaolin masters" (siehe meine Reviews hier auf dieser Webseite) nicht vergleichbar.
Dem Drumrum eher angepasst, ist der "Kampf" zwischen Fu Sheng gegen Chiang Tao und seine Männer balletartig stilisiert, und der eingefleischte Eastern-Fan dürfte eher den Kopf schütteln..., na ja.
Die Fights zum Ende hin in der Hölle können aber noch was rausreißen.

So ist denn "Heaven and hell" kein ganz und gar schlechter Film. Vielleicht verzeiht man als eingefleischter Fan der Shaw Brothers denn auch eher Chang Cheh, der hier mal experimentierte und neue Dinge ausprobierte.
Man bleibt am Bildschirm hängen, lehnt sich denn eher zurück, und wartet gespannt oder eher entspannt -weil man als Eastern-Fan merkt, das ist eher kein Eastern sondern was surreal-experimentelles des Altmeisters- auf das, was sich Chang da so ausdenkt.
Hinzukommt, dass Chang Cheh hier einiges an Shaw-Stars auffährt, und sei es in Cameo-Auftritten.
Bis auf Chen Kuan Tai, Ti Lung und Chi Kuan Chun sieht man hier alle, auf die Chang einst gerne zählte:
Alexander Fu Sheng, David Chiang, Johnny Wang Lung Wei, Chiang Tao, Tang Yen Tsan, Yang Chih Ching, Tien Ching, "Kara" Hui Ying Hung, Jenny Tseng, Chan Shen, Lo Mang, Kuo Chui, Sun Chien und und und.

Das hievt den Streifen noch auf mittelmäßige 5/10 Punkte. Eine experimentelle Star-Collage für Shaw Brothers-Anhänger, die ihre Stars mal in anderem Ambiente sehen wollen, und ein paar nette Kämpfe und Einfälle.
Für mich nur ein Must-have, weil ich Alexander Fu Sheng-Komplettist bin.

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