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Terroristen besetzen ein Gebäude, nehmen die Insassen als Geiseln und fordern jede Menge Cash für deren Freilassung, während ein einzelner Unerschrockener aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Motiven versucht, mit bleihaltigen Argumenten den Tag zu retten. Klingt irgendwie vertraut? Na klar, handelt es sich doch in groben Zügen in etwa um das mittlerweile klassische „Die Hard“-Szenario. Doch während dieser, von seinem Status als „Original“ mal abgesehen, neben brillanter Action auch mit einer spannenden Inszenierung und einem charismatischen Helden aufwarten konnte, hat das zusätzlich mit Terminator-Motiven gewürzte Plagiat „Shadowchaser“ weit weniger zu bieten.

Einzig die Rolle des Oberbösewichts ist halbwegs gut gewählt, auch wenn Sparmime Frank Zagarino alias Killerandroid „Romulus“ den gesamten Film mit einem einzigen starren Gesichtsausdruck durchhält und außer einigen kaltblütigen Sprüchen und etwas Ballerei nichts weiter zu tun hat. Mehr Aufmerksamkeit wurde dagegen der gänzlich uninteressanten Figur Desilva geschenkt, dargestellt von Martin Cove, der hier die Ausstrahlung einer abgelaufenen Packung Kochschinken besitzt und dem man seine Rolle zu keinem Zeitpunkt abnimmt. Gleiches gilt für Meg Foster, die hier als weiblicher Sidekick die Tochter des US-Präsidenten darstellen soll, aber in dieser nicht nur höchst unglaubwürdig rüberkommt, sondern mit ihrer penetrant-zickigen Art nur nervt.

Diese Punkte wären innerhalb eines B-Actioners noch zu verschmerzen, wären zumindest die Actionszenen einigermaßen gut gefilmt worden, doch hier mangelte es sichtlich an Budget und Talent – außer ein paar Kloppereien, monotonem MG-Geballer und einigen schlecht getricksten Explosionen ist nicht viel zu sehen. Hinzu kommt noch der stümperhafte Schnitt, der von Anschlussfehlern so durchzogen ist, dass es zeitweise arg an der Geduld des Zuschauers zerrt. Bliebe noch der Handlungsverlauf, der mit „lückenhaft“ noch recht wohlwollend beschrieben ist – der Plot um den Armywissenschaftler Kinderman (Joss Ackland), der um jeden Preis seine Schöpfung, eben jenen Romulus, sicherstellen will, ist hier äußerst halbherzig und mit einer recht vorhersehbaren Wendung inszeniert worden.

Langweilige Story, holprig inszenierte Ballereien und unsympathische Protagonisten machen aus dieser unmotivierten „Die Hard“-Kopie einen unterdurchschnittlichen Low-Budget-Actionthriller, der nur durch die halbwegs überzeugende Vorstellung Frank Zagarinos vor der totalen Bruchlandung bewahrt wird.

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