Willkommen bei der Rip-Off Saga, oder ganz deutlich gesagt: Bei der Shadowchaser-Serie. Gut, dass "Saga" war vielleicht ein wenig dick aufgetragen für diese an sich etwas Eigenideen-freie Reihe, aber fangen wir klein an.
Das haben sich anscheinend auch die Macher rund um John Eyres und Frank Zagarino gedacht und mit Shadowchaser 1 mal ganz dreißt dem geneigten Glotzer Stirb langsam mit einem Cyborg als Endgegner vorgesetzt. So weit, so geklaut.
"Habt ihr ein kaltes Bier?"
Denn wie im großen Bruder wird halt ein Hochhaus besetzt, es werden Geiseln genommen und Forderungen gestellt. Glücklicherweise liegt der Erbauer des Towers gerade ganz Demolitian Man-mäßig auf Eis und wird natürlich fluchs in Gebäude geschichkt, wo jetzt sogar die Tochter des Präsidenten gefangengehalten wird. Dann entpuppt sich der angebliche Architekt auch noch als biergeiler Footballspieler, der Rest des Teams wird aufgerieben und so steht er nun allein gegen die Bösen samt der eiskalten Killermaschiene "Romulus", die bei diesem ganzen Chaos die schurkischen Befehle gibt.
"Oh mein Gott, sie haben gerade den Präsidenten der vereinigten Staaten erschossen!"
Die Frage die sich stellt ist natürlich: Was macht diesen Film dann eigentlich, zumindest teilweise, unterhaltsamer als sein Vorbild oder zumindest so unterhaltsam, dass man nicht doch eher zum "großen Original" greift?
Die Frage lässt sich sehr leicht beantworten: Shadowchaser nimmt sich absolut nicht ernst, wenn es trashige Cyborg-Einsätze mit witzelnden Footballspielern die alles wegknallen kombiniert oder auch mal den US-Präsidenten einfach nur auftreten lässt, damit man ihn abknallen kann.
Neben Martin Kove als tumb-sympathisches Haudraufkerlchen fällt natürlich vor allem der wasserstoffblonde Hühne Frank Zagarino auf, der den Killercyborg, zumindest in diesem Teil der Serie, sehr unterkühlt und bedrohlich darstellt. Er ist zwar bei weitem kein Terminator, aber auf jeden Fall ist er auch kein Cyber Tracker und mit seiner Darstellung vom Romulus (was für ein Name für einen Robot!) kann man im Budget- und Schauspielsinn absolut zufrieden sein.
Überbordender Spaß an der Materie ist man den Machern da zu attestieren und auch wenn einges vielleicht zu stark kopiert wurde, so dass man vieles schon Plagiat nennen kann, gibt es für die Zuschauer die über diesen Fakt hinwegsehen können fast nichts zu klagen.
Fast nur, denn ab und an leidet Shadowchaser sichtlich unter seinen Budgetbeschränkungen und kann es nicht so Rummsen lassen, wie es sich eigentlich gehört.
Für unbekümmert-knackige 90 Minuten ist aber auf jeden Fall gesorgt und bildet vielleicht noch für den Einen oder Anderen einen Einstieg in die Welt der Videotheken-Rip-Offs.