„Shadowchaser“ ist ein eher durchschnittlicher Sci-Fi-Actionfilm aus der Nu Image Schmiede, auch wenn er zu Frank Zagarinos Paraderolle wurde.
Besagter Shadowchaser ist Romulus (Frank Zagarino), ein von der Regierung in Auftrag gegebener und von mehr oder weniger normalen Wissenschaftlern entwickelter Android. Doch als man Romulus in Betrieb nimmt, rastet der aus und schnetzelt die anwesenden Wissenschaftler kurzerhand dahin. So fängt der Film ganz temporeich, wenn auch etwas idiotisch an.
Doch Romulus vergeudet keine Zeit und überfällt mit fünf Terroristen gemeinsam ein Krankenhaus und nimmt alle dort Anwesenden als Geiseln, darunter auch Sarah (Meg Foster), die Tochter des Präsidenten. Er wendet sich an sich an die bald eintreffende Polizei und fordert ein Lösegeld. Was die Präsidententochter ohne große Eskorte in einem Krankenhaus macht, sollte man besser nicht fragen. Warum ein Android Geld will, wird zum Glück später noch geklärt, zum derzeitigen Zeitpunkt kann man nur vermuten, dass er sich vielleicht ein Hemd für seine andauernd blanke Brust kaufen will.
Die Polizei will das Gebäude stürmen und fasst dafür den Entschluss den Architekten des Krankenhaus aus seiner Tiefkühlhaft aufzutauen. Versehentlich wird jedoch der verurteilte Ex-Footballprofi Desilva (Martin Kove) aufgetaut, der jedoch bei der Aussicht auf Bewährung dieses nicht zugibt. Er geht mit dem Sturmtrupp in das Gebäude, doch es erwischt die Polizisten kurz darauf. Nun ist Desilva der einzige, der den Terroristen Paroli bieten kann...
Klingt alles sehr nach „Stirb langsam“? Stimmt, da hat sich der Film auch kräftig bedient. Leider hat Regisseur John E. Eyres den Film nicht ganz verstanden, denn so werden einige Szenen eins zu eins kopiert (Geisel erschießen, Gitter fällt den Fahrstuhlschacht herunter usw.) ohne dass sie die gleiche Wirkung wie im Original haben. Zudem ist der knollennasige Desilva mit seinen dummen Sprüchen in keiner Minute ein würdiger Ersatz für John McClane.
Dennoch macht „Shadowchaser“ nicht alles falsch und ist sogar Durchschnitt. Die Handlung ist zwar simpel und geklaut, kann aber stellenweise doch recht spannend werden. Die Sci-Fi-Atmosphäre, welche teilweise deutlich wird, ist ganz nett und auch die billig getricksten Effekte sind nicht ganz schlecht, sondern haben einen gewissen Charme. Zum Ende hin gibt es sogar die ein oder andere ganz nette Wendung und Längen gibt es auch eher wenig.
Die Action bietet in erster Linie Geballer, aber auch ein paar Prügeleien und Explosionen. Die Explosionen sind eher billig getrickst, aber es gibt schlimmeres im B-Actionbereich und auch die Prügeleien hauen einen zwar nicht vom Hocker, aber gehen in Ordnung. Am überzeugendsten sind immer noch die Ballereien, auch wenn diese nur Standard-Niveau erreichen und insgesamt so durchschnittlich sind wie der Rest des Films.
Frank Zagarino als „Terminator“-mäßiger Android benutzt zwar den ganzen Film über den gleichen Gesichtsausdruck, wirkt aber vielleicht deshalb recht charismatisch. Martin Kove hat hingegen soviel Charisma wie eine Packung aufgeschnittenes Weißbrot und erweist sich als eher mauer B-Actionheld. Auch Meg Foster kauft man die Präsidententochter nicht ab, vor allem weil sie viel zu alt wirkt. Die anderen Darsteller sind aber ganz routiniert.
„Shadowchaser“ ist ein durchschnittlicher Actionfilm mit Anleihen bei „Terminator“ und „Stirb langsam“, aber unterhält dennoch halbwegs gut.