Kopiert schneller als sein Schatten!
Wenn ein Videothekenschlager in den ersten fünf Minuten bei „Terminator“, „Die Hard“ und (auf der Tonspur) „Batman“ klaut, dann weiß man im Grunde ganz genau was der Videorecorder geschlagen hat. Dass mir „Shadowchaser“ dennoch mächtig Spaß bereitet hat und ich mich schon letztens gewundert habe, warum gerade der für die letzte „SchleFaZ“-Staffel ausgewählt wurde, grenzt an ein Wunder - aber es ist wahr! Erzählt wird in dem cyberpunkigen Quatsch mit Bandsalatsauce von einem brutalen Terroristenanschlag auf ein Krankenhaus, bei dem die Bande auch noch eine muskelbepackte Menschmaschine im Schlepptau hat…
Der Hans Gruber'nator
„Shadowchaser“ macht aus seinen einerseits doch klaren Videothekenursprüngen und Möglichkeiten viel mehr als er müsste und spielt meiner Meinung nach in vielerlei Beziehung über seiner eigentlich angedachten Liga. Meg Fosters stahlblaue Augen, das viele ungenierte Abpausen von den Besten der Besten, die fetten Einschusslöcher in Passanten, die Frisuren wie aus „Street Fighter“, sein beachtliches Tempo, die futuristischen Großstadtdschungelnachtaufnahmen, Zagarinos eingeölte Muckis, die Faxmaschinen und grauen Großraumbüros, Martin „John Kreese“ Kove. Da kann man schon nicht meckern. Zumindest bei geringsten Erwartungen. Richtig als Trash sehe ich das auch nicht. Blechern, ballernd, brachial. Ich habe „Shadowchaser“ genossen in all seiner minderbemittelten „Pracht“. Schwitzig, schön scheisse, solide. Alles dabei. Kopieren kann auch geil sein. Okay, vielleicht nicht geil. Aber gut genug. Heute käme das wohl aus dem 3D-Drucker…
Nakakomisch Plaza
Fazit: Ein lose zusammenhängender und uninspirierter Kopierquark aus den niedrigeren Videothekenregalen, der dann doch noch relativ geradlinig zum Ziel kommt und dabei einiges plattmacht, umballert, wegdrückt. Besser gut kopiert als gar nicht selbst gemacht.