Die Figur des Jack the Ripper ist, bekannterweise, eine der Lieblingsfiguren des Serienkiller-Genres. Schon in vielen, mal mehr mal weniger guten, Streifen wurden seine mörderischen Taten auf Zelluloid gebracht. Und auch fürs Tennie-Slasher-Genre wurde er schon missbraucht. Allerdings war "Ripper - Brief aus der Hölle" allenfalls ein durchwachsenes Horrorfilmchen, das maximal emsige Slasher-Fans bei Laune halten konnte. Alle anderen schalteten ab. Doch der Erfolg von "Ripper" war, fürs Genre, doch ganz annehmbar und somit entschloss man sich dennoch eine Fortsetzung zu drehen. Diese allerdings dürfte nun nicht einmal mehr bei Slasher-Freaks ankommen, denn "Ripper II" ist nicht nur langweilig, sondern auch völlig abstrus.
Vom Vorgänger übrig geblieben ist dabei nur noch Molly Keller, die in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird, in der ihr, mit neuen virtuellen Methoden, geholfen werden soll, mit ihrem angeblichen zweiten Ich, Jack the Ripper, fertig zu werden. Doch die Geschehnisse laufen aus dem Ruder und plötzlich müssen wieder einige ihrer Mitmenschen mit dem Leben bezahlen. Doch was ist hier Realität und was Fiktion? Und genau das fragt sich hier der Zuschauer unentwegt. Denn nicht nur das die Story hier in jeder Hinsicht völlig an den Haaren herbeigezogen ist, Logik und Tiefgang völlig außer Acht gelassen werden und das Skript zerfahrener kaum sein kann, so sieht man vor allem in kaum einen Moment durch, was hier überhaupt Sache ist.
Die Drehbuchschreiber vermischen hier die Realität und die virtuellen Geschehnisse der Figuren im Film so derartig stark und übertrieben miteinander, dass sie wohl irgendwann selbst nicht mehr ganz durchgeblickt haben dürfen, was sie hier für einen abstrusen Dünnpfiff zusammengeschustert haben. Realität und Fiktion wechseln sich hier im Sekundentakt ab und zu keinem Moment wird dem Zuschauer hier auch nur die Chance gegeben durchzusehen, in was für einer Ebene sich der Film eigentlich gerade befindet, damit es wenigstens ein Quäntchen logisch sein kann. Und dadurch wirkt der Streifen nicht nur vollkommen unglaubwürdig, er langweilt den Zuschauer auch bald zu Tode, da er sowieso keine wirkliche Chance kriegt, hier irgend etwas nachzuvollziehen. Einfach nur ein Hickhack sondersgleichen das Ganze!
Aber nicht nur das Skript und die Story enttäuschen aufs schändlichste, auch die Inszenierung bekleckert sich hier nicht gerade mit Ruhm. Das Einzige was in diesem Punkt wirklich überzeugt, sind die Kulissen von Prag. Ansonsten ist z. Bsp. das Erzeugen von Atmosphäre hier mit dem Holzhammer geschehen, da die stetige Dunkelheit, sowie das nicht aufhören wollende Blitzen und Donner merklich routiniert abgespult worden sind, ohne dem Feingefühl, zu wissen, wann es denn nun endlich mal genug ist, mit den ewig gleichen Mitteln zu arbeiten. Mag das Ganze in den ersten Minuten noch eine gewisse Wirkung erzielen, so langweilt es spätestens nach dem 100. Mal Blitz und Donner.
Wer sich nun, aufgrund der KJ-Freigabe, wenigstens auf ein paar Gore-Effekte gefreut hat, der dürfte ebenfalls enttäuscht werden. Denn Blut spritzt hier nur selten und der größte Teil des Gemetzels passiert im Off. Dazu sehen die paar Blutspritzer auch noch ziemlich lächerlich aus und dürften eher Lacher als Schrecken erzeugen.
Ganz schlimm wird es allerdings, wenn "Ripper 2" versucht einen auf "Herr der Ringe" zu machen. Ja ehrlich! Der Mörder, soll wohl Gevatter Tod persönlich sein, und seine Kutte sehen wirklich verdammt stark nach einem der Ring-Geister aus und wenn er dann im Finale auch noch mit exakt der gleichen Stimmlage probiert Angst zu machen, dann dürfte der Filmklau auch wirklich dem letzten auffallen. So eine offensichtliche Abkupferung sieht man jedenfalls selten.
Die Darsteller bilden dann zum Schluss noch das Tüpfelchen, auf das eh schon völlig missglückte I! Talentfrei, unsympathisch und lustlos, spulen die unbekannten Gesichter ihre Texte ab und können dabei nicht einmal auf das, eh schon tiefer gelegte, Genre-Niveau kommen. Man möchte sie wirklich allesamt nicht mehr wiedersehen!
Fazit: Höllisch abstruses und dabei noch tödlich langweiliges Sequel, zu einem eh schon eher durchschnittlichen Teenie-Gemetzel. Story und Drehbuch sind Abfall und so zerfahren, dass selbst die Macher irgendwann nicht mehr durchgeblickt haben dürften und deshalb den ganzen Schmonsens in einem absolut schwachsinnigen Finale enden ließen. Dazu eine billige 08/15-Inszenierung, die maximal in den ersten Minuten überzeugt und der wohl auffälligste und lächerlichste Filmklau aller Zeiten. Dazu grandios schlechte Darsteller und schon entpuppt sich auch "Ripper 2" als absolut unbrauchbarer Tennie-Horror, an dem nicht einmal die abgebrühtesten Genre-Fans ihre Freude haben dürften. Kurzum, Zeitverschwendung!
Wertung: 3/10 Punkte