„The Avenger“ präsentiert sich als sehr lahmes B-Movie von der Stange, bei dem auch Cedric Sundstrom, Regisseur von Teil 3 und 4 der „American Fighter“-Saga, nichts retten kann.
Michael Keller (Frank Zagarino) ist Saxophonist, sitzt aber im Knast und das schon seit 5 Jahren. Seine Frau Lisa (Nancy Mulford) hält jedoch trotzdem zu ihm und bleibt ihm bis zu seiner Entlassung treu, wobei Michael im Gefängnis schon durch seine umgängliche Art positiven Eindruck bei den Wachen hinterließ. „The Avenger“ versucht stellenweise dramatisch zu sein und ab und zu auch mal auf die Tränendrüse zu drücken, was bei der schwachen Machart des Streifens aber in die Hose geht.
Michael ist tatsächlich unschuldig, denn er wurde damals von seinem altem Freund Mackie (Arnold Vosloo) um einen Gefallen gebeten. Er sollte ihn nur zu einem Treffen fahren, doch Mackie schmuggelte Drogengelder. Die beiden wurden von der Polizei verfolgt und an einer Straßensperre fand die Jagd ein unheilvolles Ende, bei dem sowohl Mackie als auch ein Polizist starben – und wofür der zum Fahren gezwungene Michael verurteilt wurde. Mit dieser Jagd kommt die erste Actionsequenz, die aber ziemlich mau ausfällt.
Doch das bei der Jagd spurlos verschwundene Geld gehört Jack Fisher (Oliver Reed), dem Chef eines Drogen- und Pornographiekartells. Er vermutet, dass Michael das Geld besitzt und lässt Lisa deshalb entführen, um sie gegen die Knete einzutauschen. Zwar hat Michael das Geld nicht, aber er will seine Frau trotzdem befreien – mit allen Mitteln...
Die Story von „The Avenger“ ist absolut handelsüblich und daher komplett vorhersehbar, weshalb über die komplette Filmlänge keine Spannung aufkommt. Zudem verärgert der Film durch seine sehr primitive Art und die vielen Klischees, was selbst für einen B-Film viel zu überzogen ist. Die Versuche von Dramatik sind kläglich, auch wenn in diesen Szenen ein paar ganz nette Musikstücke zu hören sind. Sehr schlampig: Die Soundeffekte. Vor allem das Zerbrechen der Spiegelwand sowie diverse Schussgeräusche sind absolut mies gemacht und wirken überhaupt nicht realistisch.
Auch an Action bietet der Film leider kaum nennenswertes: Die Jagd zu Beginn, kurze Keilereien zwischendurch sowie ein Showdown von der Stange, in dem sich etwas Geballer und Pyrotechnik mischen. Abgesehen von den Stunts im Freizeitpark und dem Showdown ist die Action zum Vergessen und auch die genannten Szenen sind nicht so spektakulär, wenn auch halbwegs ordentlich inszeniert.
Frank Zagarino versagt auf ganzer Linie, auch wenn er nicht ganz so traurig aussieht wie der Rest des Darstellerhaufens. Die einzige andere Ausnahme ist Oliver Reed, der hier alle ausspielt, aber weit unter seinem üblichen Niveau agiert, weshalb man auch seine Leistung eher als Enttäuschung werten kann.
So bleibt trotz einiger, ganz weniger guter Actionmomente ein schwach gemachtes und ziemlich langweiliges B-Movie von der Stange.