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In dem Frida-Roloff-Haus, einem Wohnheim für körperlich Behinderte, stirbt die junge Lisa Zenker, die seit einem Autounfall, den der Anwalt Andreas Weis vor sieben Jahren verursacht hat, querschnittsgelähmt ist, durch einen Medikamenten-Cocktail... doch es ist schwer zu sagen, ob es sich bei der Tat um Mord oder einen (assistierten) Suizid handelt. Die Sache wird noch verzwickter, als Weis' Leiche kurz darauf in seinem brennenden Haus aufgefunden wird, eine Untersuchung durch Prof. Boerne jedoch ergibt, dass dieser schon tot war, bevor das Feuer ausgebrochen ist. In dem Behinderten-Heim, welches von der ebenfalls an einen Rollstuhl gefesselten Katharina Stoll geleitet wird, gehen nach Lisas Tod zudem Geldspenden von beträchtlicher Höhe ein, was Kommissar Thiel nun auch noch in Richtung einer möglichen Erpressung ermitteln lässt. Boerne stört sich derweil nicht besonders daran, dass auch Katharina selbst nicht über jeden Verdacht erhaben ist und bändelt mit ihr an... Dass Buddy Giovinazzo, der 1986 noch für den wirklich unvergesslichen "Combat Shock" verantwortlich gezeichnet hatte und im Anschluss leider nie wieder einen weiteren Film von einem ähnlichen Kaliber gemacht hat, um die Jahrtausendwende rum von New York nach Berlin übergesiedelt ist und seitdem im Akkord deutsche TV-Krimis für die Öffentlich-rechtlichen runterkurbelt, ist im Grunde genommen eine wahre Tragödie und eine beinahe schon ans Kriminelle grenzende Vergeudung von Talent... denn hierzulande gibt es doch eh bereits einen unerschöpflichen Vorrat an profillosen Fernseh-Regisseuren, die die Episoden von "Tatort" und "Polizeiruf 110" bestimmt genauso gut gewuppt bekämen. In der Erwartung, nochmal ähnlich einen auf den Latz zu kriegen, wie damals eben bei "Combat Shock", darf man sich "3x schwarzer Kater" ergo auch nicht nähern, auch wenn hier anfänglich noch der Eindruck aufkommt, dass man sich an einem recht heiklen Thema (eben dem Recht körperlich behinderter Menschen auf aktive Sterbehilfe) in Problemfilm-Manier abarbeiten würde, was allerdings - dankenswerterweise? - nicht wirklich der Fall ist. Die Handlung schwenkt da doch flott in jene Krimi-Komödien-Gefilde um, die man sich von dem Ermittler-Duo Thiel/Boerne erwartet und die damals als Abwechslung zu den oftmals wesentich ernsthafter daherkommenden, üblichen "Tatort"-Beiträgen auch noch recht frisch gewirkt haben. Der Fall, den es da aufzuklären gilt, ist allemal kurzweilig und auch komplex genug erdacht, um einen über die Laufzeit bis zur Auflösung zu fesseln... und dass diese letztendlich ein klein wenig wie aus dem Hut gezogen wirkt, vergibt man angesichts des soliden Unterhaltungswerts der Angelegenheit dann auch gerne. So klamaukig wie aktuell in Münster ging es 2003 übrigens noch nicht zu und im Schnitt sind die frühen Auftritte von Prahl und Liefers dann sicherlich die besseren. Nur die Handschrift Giovinazzos, die vermisst man dann doch irgendwie, aber um dem Zuschauer nochmal so richtig an die Gurgel zu gehen, ist der "Tatort" wohl schlichtweg der falsche Rahmen...

7/10

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