Das Genre "Fantasy" ist für diesen Streifen eigentlich nur ein Deckmäntelchen. Im Grunde handelt es sich um einen recht zahmen Exploitation / Women In Prison Film, der den Trend der 80er Jahre für mittelmäßig bis grottenschlechte Fantasy Filme als Rahmen für entsprechende Darstellungen nutzt.
Somit kann man "Barbarian Queen" aus drei Perspektiven beurteilen: als Film im allgemeinen, und als Beitrag zu den Genres "Fantasy", respektive "Exploitation/WIP".
Als seriösen Film kann man "Barbarian Queen" nicht ernstnehmen, dafür ist er handwerklich zu schlecht, die schauspielerischen Leistungen sind selbst für Laiendarsteller indiskutabel, die Dialoge sind lächerlich, die Story kann man sich in 5 Minuten ausdenken und Settings und Ausstattung sehen aus wie aus dem Kostümverleih, der obligatorische Humor für Filme dieser Art aus dieser Zeit ist unlustig (obwohl man schon desöfteren heiter lachen kann - nur eben aus anderen Gründen).
Am schlimmsten ist aber, dass sich "Barbarian Queen" hemmungslos bei "Conan der Barbar" bedient. Es vergehen keine fünf Minuten, ohne dass nicht mindestens eine Situation oder Szene an die John Milius Produktion erinnert (fängt schon an beim Überfall auf das Dorf am Anfang, geht weiter beim Abtransport der Gefangenen zur Gladiatorenarena, Nahaufnahme der Standarte des bösen Anführers, usw.); man hat fast das Gefühl, eine Laienschauspieltruppe sollte einzelne Szenen aus "Conan der Barbar" nachstellen! Wenn das eine Hommage an das Vorbild aller Barbarenfilme sein soll, dann ist eine geradezu blasphemisch anmutende Persiflage daraus geworden!
Wer sich als Fantasy Fan also mangels brauchbarer Alternativen alles reinzieht, was es halt so gibt, dann sollte die Erwartungshaltung nicht die übersteigen, welche man einer beliebigen, billigen Fantasy TV-Serie entgegenbringt. Gruseliger, 80er Jahre Fantasy Trash eben. Aber wer sich an Schaukämpfen ergötzen mag, bei denen die Protagonisten im Kampf auf Leben und Tod sichtlich bemüht sind, sich mit ihren Schwertattrappen nicht versehentlich gegenseitig zu verletzen: daran mangelt es dem Film sicherlich nicht.
Bleiben noch die spärlichen Exploitation/WIP Elemente. Es gibt eine Menge langhaariger Weiber in Fellchen und Kittel zu bestaunen, die öfters selbige auch mal fallen lassen (müssen). Die Perspektive, hier eine feministische Version des sonst eher von männlicher Dominanz geprägten Fantasy Klischees (muskelbepackter Schwertschwinger rettet das hilflose, halbnackte Playgirl aus größter Not) vorzufinden kann aber definitiv nicht gehalten werden. "Barbarian Queen" ist kein emanzipiertes Statement, sondern im Gegenteil, ein billiger Vorwand um auf eine scheinbar politisch korrekte Art bekannte Exploitation Elemente darzustellen.
Diese sind aber gegenüber anderen Vertretern des Genres so harmlos wie nur eben denkbar (und bestehen in der Regel darin, dass eines der Weibchen den knappen Kittel vom Leib gerissen bekommt und für ein paar Sekunden die Titten befummelt werden). In der Gladiatorenschule läuft dann auch noch ein halber Harem nackig rum und nur eine einzige Szene ist unter WIP Gesichtspunkten halbwegs originell (Achtung: SPOILER!): die Szene in der Folterkammer, in der sich die gefesselte Hauptdarstellerin mit entblößtem Oberkörper an einer von der Decke baumelnden Metallhand die Nippel reibt und durch ihre stählerne Muskelkraft (was für eine Körperkontrolle!) den Foltermeister bei der anschließend versuchten Vergewaltigung zu einem schmerzhaften "aaarrrggghhh! too tight!" nötigt.
Tja, dafür kann man dann noch einen halben Gnadenpunkt extra geben. Immerhin: die DVD ist als UK Import bisweilen zum Ramschpreis zu kriegen.