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"Barbarian Queen" gehört neben "Hundra" und "Red Sonja" zu den 80er Jahre Fantasyfilmen, in denen kein muskelbepackter Hühne sondern eine knapp bekleidete Frau Rache ausüben darf.
Und genau das tut Trashqueen Lana Clarkson, nachdem die Horde eines bösen Herrschers ihr Dorf niedergebrannt hat. Zusammen mit zwei anderen überlebenden Kriegerinnen schließt sie sich einer Gruppe Rebellen an, um den Bösewicht zu töten und die Freiheit wiederherzustellen.

Gleich zu Beginn des Films merkt man, daß es sich um eine Low Budget Produktion handelt. Schnell zusammengebaute Holzhütten brennen, während die Statisten sogar mit ihrer Sterberolle überfordert zu sein scheinen. Die Kulissen werden nur leidlich besser, wenn unsere Kriegerinnen später in die Stadt des bösen Herrschers kommen, von der man aber meistens nur eine Mauer mit einigen Häusern sehen darf. Von genauso schlampiger Qualität ist die Erzählweise der Geschichte. Unlogische Handlungssprünge und dumme Einzeiler, die intelligent sein sollen, sind hier an der Tagesordnung. Hinzu kommt, daß bei vielen Dialogen die Schauspieler kurze Pause in der Mitte des Satzes machen, als ob sie warten, daß im Hintergrund ein neues Ableseschild hochgehoben werde. Ernst nehmen sollte man den Film spätestens dann nicht, wenn die überlebenden Mädels mit perfekt frisierten 80er Jahre Frisuren sich kurz nach dem Überfall auf ihr Dorf treffen.

Einen gewissen Ruf bekam Barbarian Queen durch die Zurschaustellung viel nackter Haut. Allerdings reißen die wenigen barbusigen Szenen heute keinen mehr vom Hocker, außer daß man merkt, daß es damals noch kein Silikon gab. Die härteste Szene ist, als Lana Clarkson gefesselt von einem perversen Wissenschaftler vergewaltigt wird. Obwohl das eigentlich brutal ist, wirkt diese Szene durch die schlechte Darstellung nur dilettantisch und harmlos. Einzig die Art und Weise wie sich die Hauptdarstellerin daraus befreien kann ist kultverdächtig und sehenswert.
Neben nackten Tatsachen gibt es auch einige Gore Szenen, die aber ähnlich harmlos wirken. Das Filmblut ist schlampig aufgetragen und Pfeile sind schlecht und unecht angeklebt. Jegliche Härte wird dadurch zur Lachnummer. Wenigstens die Schwertkampfszenen sind einigermassen für das Niveau der 80er Jahre Choreographie erträglich. Der zweite erträgliche Aspekt ist die ordentliche aber nicht weltbewegende Musikuntermalung, die allerdings nur bei wenigen Szenen einsetzt.

Barbarian Queen ist nur für Sammler von Fantasy Filmen interessant. Es ist keine Totalkatastrophe, aber auch weit von einem durchschnittlich unterhaltenden Film entfernt. Die Geschichte ist uninteressant, die Schauspieler allesamt sehr schlecht, die Action unterdurchschnittlich, die Nacktszenen belanglos und die Gore Effekte aus heutiger Sicht harmlos.
Leider taugt der Film auch nicht zur Trash-Lachnummer, da er sich viel zu ernst nimmt, aber gerade durch die schlampige Ausführung den Zuschauer niemals mitreissen kann. Während für Lana Clarkson dieser Film zum definitiven Sprungbrett zu einer B Film Karriere wurde, kann sich wohl Co-Komponist James Horner bis heute für die Nennung in den Credits schämen.

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