Review
von Leimbacher-Mario
Playmates in Sandalen
„Barbarian Queen“ ist hohl wie ein Fahrradhelm und heiss wie Frittenfett. Dilettantisch, nie ernst zu nehmen, näher an „Xena“ aus dem Fernsehen als an „Conan“. Nur mit mehr Titten als beide zusammen... Es geht um ein paar Barbarinnen, die ihr entführtes Dorf und ihren muskelbepackten König aus der Gefangenschaft der Römer befreien wollen und dabei einige Tritte in die Eier verteilen... Im Sog von Arnies axtschwingendem Barbaren boomten solche billigen Auswüchse in den 80ern und „Barbarian Queen“ ist definitiv ein Tiefpunkt. Oder ein Höhepunkt, wenn man auf witzig-schlechte Filme steht. Dann bekommt man eine Menge zu lachen. Von den Aerobicmatten auf den Köpfen der Damen über die hölzerne Synchro bis zu Dialogen aus der Abwasseranlage der Filmwelt - hat man Spaß an Schmerzen oder macht 'nen Trinkspiel draus, dann kann das gut gehen. Aber auch nur dann...
Die Ladies, viele von ihnen landläufig bekannt aus dem Häschenheft Hugh Heffners, machen was her und lassen sich oft genug recht widerstandslos die Kleider vom Leib reißen. Außerdem sind Szenen wie, wenn die Hauptbarbarin einem Vergewaltiger mit ihrer Mumu (!) den Pimmel abklemmt und ihn anschließend in ein Säurebecken wirft, unvergesslich. Doch unter einigermaßen normalen Gesichtspunkten ist das alles höchst untalentierter und unmotivierter Quatsch mit Sauce. Die Kämpfe sind gar nicht bis miserabel choreographiert, das Schauspieltalent aller Beteiligten hält sich in engen Grenzen, um es freundlich zu sagen, und die Kulissen wirken nicht nur wie wiedergekäut und ausgeschieden, sie sind sicher wirklich noch in einer Handvoll anderer Billigproduktionen dieser unteren Schublade zu sehen. Charakterisierungen kommen den Mädels keine zu, sie bleiben austauschbar und fremd. Wenn es drauf ankommt geht ihnen die feministische Kampfkraft aus und die Römer wirken wie comicartige Karikaturen. Spannung ist eh ein Fremdwort, der Regisseur verliert öfters die Übersicht als ein Maulwurf im Autoscooter und oft genug plätschert die Leier nur vor sich hin bis zur nächsten angetäuschten Vergewaltigung. Ne, damit kann ich wenig anfangen. Für pubertäre Kiddies mit ihrer feuchtesten Zeit Mitte der 80er war das sicher allein schon auf Grund der Nakedeis und dem tollen Kinoplakat das Eintrittsgeld wert, was auch zu einer Fortsetzung führte. Doch heutzutage ist das ein peinliches Einschlafmittel.
Fazit: flach, dümmlich, freizügig und nichtmal wirklich feministisch - „Barbarian Queen“ hat neben den ansehnlichen Ladies einige unfreiwillig komische Unterhaltungswerte, doch insgesamt ist das Schmarn in Sandalen für den es sich nicht lohnt zu zahlen. Unspektakulär, billig aber immerhin kurz. Corman hatte als Produzent definitiv schon hellere Momente. Barbarischer Busen-Bullshit.