Als Ende der Neunziger insbesondere der B-Action-Film in eine tiefe Krise schlitterte, begann sich Nu Image, deren Haupteinnahmequelle nun einmal diese Filme waren, sich umzuorientieren und strategisch neue Märkte zu erschließen. Neben vor allem miesen Tierhorrorauswüchsen begann damals auch schon der redliche Versuch sich etwas aus dem anrüchigen Terrain zu entfernen, indem man mehr auf bekannte Gesichter in einer professionellen Inszenierung setzte, dafür aber zwangsläufig den Actionanteil in den Filmen zurückfuhr, um sie weiterhin finanzieren zu können. „On the Border“ ist ein früher Vertreter dieser Neuausrichtung und weder Fisch noch Fleisch. Ähnliche Machwerke wie zum Beispiel „Ticker“ sollten folgen.
Wen man damit ansprechen wollte, weiß ich nicht, Fakt ist aber das man damit höchstens die langjährigen Fans des Studios auch noch vertrieb, denn so richtig Begeisterung kann „On the Border“ nicht auslösen.
Das mag sicherlich auch eine Schuld von Bob Misiorowski sein, der abseits von „Blood of the Innocent“ nie einen sehenswerten Film für Nu Image ablieferte und sich stattdessen für einige der bösesten Heuler (u.a. „Shark Attack“, „Panic“, „Derailed“) des Studios verantwortlich zeigt, aber was soll er mit diesem einfallslosen Drehbuch auch anfangen?
Überkompliziert erzählt und mit zwielichtigen Figuren überladen, stellt Misiorowski einen lukrativen Coup vor, den gleich diverse Parteien in einem kleinen Wüstenkaff an der mexikanischen Grenze unternehmen wollen. Der halbseidene Bänker Granger (mies, wie fast immer: Daniel Baldwin, „Vampires“, „Paparazzi“) wickelt über seine Geschäftsstelle die Geldangelegenheiten eines mexikanischen Drogenhändlers im Wert von mehreren Millionen ab, was diverse Parteien wissen...
Casper Van Dien („Starship Troopers“, „Sleepy Hollow“) spielt in der Hauptrolle den verbitterten Cop Jake Barnes, der heimlich Grangers Frau in mexikanischen Siff-Hotels vögelt und nachts eine einsame Blondine aufliest, die eigentlich als Köder für ein paar Gauner (u.a. Bryan Brown) dienen soll, um ihn für den Überfall zu gewinnen. Schließlich kann er die Alarmanlage ausschalten. Sie verliebt sich allerdings in ihn, was nicht zum Plan gehört. Aber ihre Kumpane sind ohnehin Arschlöcher. Dann schaut noch ein alter Kumpel von Barnes vorbei, der auch die dicke Knete riecht und Barnes selbst vögelt alle paar Minuten in Softsexszenen mit allen mitspielenden Frauen.
Viel wird lamentiert, erzählt und diskutiert, aber bei herum kommt da nichts. Dem Szenario fehlt der Schwung, die Spannung und natürlich etwas Action. Die gibt es zum Schluss in Form ein paar blutiger Shootouts während eines Mini-Mexican Standoffs, aber haut dann auch keinen hartgesottenen Genrefan mehr aus den Latschen.
Der gesamte Ablauf wirkt leider total zäh, uninspiriert und langweilig. Intelligent sind die Herangehensweisen der Ganoven nun auch nicht gerade und das Schicksal der fast allesamt tragischen Figuren ist nun auch nicht so sehr von Interesse, dass man jeden Zweiten in der eigenen Vergangenheit herumrühren lassen müsste.
Summa summarum bekommt man es hier also mit einem deftigen Langweiler zu tun, der seine Gnadenpunkte auch eher für Misiorowskis Umsetzung erhält, da die Inszenierung nicht in Improvisation und Dilettantismus verendet. Das ist doch auch einmal etwas wert.
Dennoch dauert es einfach zu lange, bis sich die ganzen Figuren gefunden haben und die Fronten geklärt sind, so dass es losgehen kann, auch weil von erzählerischer Raffinesse natürlich weit und breit nichts zu sehen ist und der Film denn Ball immer ganz flach hält.
Fazit:
Langweiliger, biederer Thriller, bei dem ich zugegebenermaßen auch mal kurz eingenickt bin. Der immerhin illustre Cast vollbringt keine Glanzleistungen, die Umsetzung ist in Ordnung, aber das Drehbuch schlichtweg eine aufgebauschte Seifenblase. Aber wenigstens in 90 Minuten hätte man es schon erzählen können. *gähn*