Review

Aus der damals noch relativ jungen B-Movie-Schmiede Nu Image entstammt dieser deutlich unterdurchschnittliche Genremurks von Hausregisseur Bob Misiorowski („Blink of an Eye“, „Blood of the Innocent“), der besonders um die Jahrtausendwende für die Klitsche einige berüchtige Zelluloidverschwendungen wie „Shark Attack“, „Panic“ und vor allem Jean Claude Van Dammes Oberheuler „Derailed“ ablud.

Hier steht er von vornherein auf verlorenem Posten, gönnt das Drehbuch dem gesamten Film doch wirklich nur eine, zwar reichlich schwachsinnige (Wer bitte versucht mit einem Auto einen LKW abzudrängen?), aber immerhin explosive Actionszene gleich eingangs, bevor es sich trotz seines prominenten Casts in tiefere Niederungen der B-Unterhaltung verabschiedet.

Zollfahnder Jack David (der uncharismatische Milchbubi Michael Paré, „Streets of Fire“, „Moon 44“) wird von seinem Chef aufgrund eines verpatzten Einsatzes nicht nur für den Tod seines Kollegen verantwortlich gemacht, sondern auch gleich noch gefeuert, so dass sich Jack wutentbrannt, weil sein unfähiger Chef nicht für die nötige Unterstützung sorgte, gleich in den nächsten Job stürzt, als ihn eine geheimnisvolle Blondine anquatscht. Der zwielichtige Roberto Largo (Michael Ironside, „Total Recall“, „Starship Troopers“) braucht einen Leibwächter für seine Frau Eva ( Ex-Bond-Girl Barbara Carrera, „Lone Wolf McQuade“, „Wild Geese II“), weil er angeblich eine Privatarmee gegen Fidel Castro aufstellt und man ihm ans Leder will. Wer’s glaubt...

Wie könnte es auch anders sein, bohrt Jack, noch ganz der berufsbedingten Neugier folgend, nach, als maskierte Dummbratzen (Die stellen sich aber auch blöd an...) Eva im Schönheitssalon kidnappen wollen.
Tja, man wird es kaum für möglich halten, dass da einiges im Argen liegt und der gute Roberto doch tatsächlich gut abgeschmierte Kontakte zu Jacks Boss pflegte. Nur interessiert diese Überraschung das Drehbuch weit weniger, denn es stürzt sich in eine heimliche Affäre zwischen Eva und ihrem Bodyguard. Es folgen zerknautschte Lacken, feuchte Spielchen im Swimmingpool, im Bett und was weiß ich noch nicht wo. Zwischenzeitlich glaubt man sich hier jedenfalls in einem Softporno, so gehen die beiden ab und Roberto kriegt es nie gepeilt, weil er blindlings davon schwadroniert, dass sie doch etwas Besonderes sei.

Um die feuchtfröhlichen Rammeleinlagen auf Spielfilmlänge zu strecken, muss Jack nicht nur die Hilfe der Witwe seines toten Kollegen, die wohl auch nicht so recht weiß, was ihr da gerade blüht, in Anspruch nehmen und bei seinem pensionierten, väterlichen Kollegen am See vorbeischauen, um Rat einzuholen, wie er denn Roberto, der wohl doch eher Waffen verschiebt und nie zuhause ist, einen zurechtledern kann. Nun, das Ende ist ein unglaublicher Showdown nach Maß (*hüstel*), nämlich ein Boxkampf auf einem Frachter.

Abseits des soliden Auftakts noch irgendetwas Erwähnenswertes zu nennen, gleicht einer Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Totalausfall Paré verfügt bekanntlich nicht über die grundlegenden Fähigkeiten eines B-Movie-Helden und der lieblos zurechtgeschusterte Plot, hat nun wirklich kein Spannungspotential, weil viel zu simpel.


Fazit:
Sehr schwacher früher Nu Image-Film mit guten ersten Minuten und dann sauschlechten Rest. Von den mittelmäßigen Darstellern bis hin zum jeden Ansatz von Spannung vernichtendem Drehbuch beinahe eine Totalkatastrophe. Mal wieder nur etwas für Komplettisten.

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