Review

Kunoichi Lady Ninja

Erst einmal möchte ich anmerken, dass ich ein riesen Fan asiatischer Filmkunst bin und mich auch schon einige Schwertkampffilme begeistert haben. Also führte für mich natürlich kein Weg dran vorbei, mir bei einem guten Angebot Kunoichi I+II zuzulegen. Was ich dann allerdings ertragen musste war die vollste Enttäuschung von Anfang bis Ende.
Auf dem Cover der DVD steht, dass der Film mit "außergewöhnlichen Schnittfolgen, märchenhaften Gestalten und reichlich Blut" zu einem Highlight des japanischen Schwertkampffilms wird.
Nun gut, setzen wir uns damit mal auseinander:
Die Schnittfolgen sind weder außergewöhnlich noch gut oder in irgendeinem Sinne passend. Da werden Übergänge zusammengeschnitten, die einem den Überblick bzw. aufgrund des Reichtums solcher Effekte schnell die Lust am Zusehen nehmen. Die Gestalten mögen märchenhaft sein, wirken aber fast allesamt lächerlich. Insbesondere der "Bösewicht" fängt mit seinem dauerhaften Geschrei extrem an zu nerven. Wär ich schlau gewesen hätte ich den Film schon eher abgeschalten, aber ich gehöre zu denen, die einen Film, sei er noch so schlecht dennoch zu Ende sehen. So kann ich definitiv sagen, dass die Dialoge, die im Film geführt werden größtenteils vollkommen unpassend eingesetzt wurden. Viele haben auch keinen großen Sinn ergeben und sind bedeutungslos. In die Charaktere kann man sich nur sehr schwer bis gar nicht reinversetzen, so wirkt auch die "dramatische" Szene, in der - ich möchte nicht zu viel verraten - zwei Personen in einer Grube gefangen sind, völlig unglaubwürdig und wird durch unpassende Dialoge kaum einen Funken Mitgefühl wecken. Das war sicherlich auch teilweise beabsichtig, aber viel zu übertrieben.
Den absoluten Höhepunkt der, ich sag jetzt mal Lächerlichkeit, ist gegen Ende, als eine der Klostertöchter plötzlich anfängt zu zaubern. Ok, ich habe mich zwar schwer getan und konnte das noch akzeptieren, aber selbst das musste natürlich auch noch ins Lächerliche gezogen werden: Eine der Frauen schleudert Blitze (und das ist ungelogen!!!) mithilfe ihrer Nippel. Da frag ich mich schon, wie man überhaupt auf so eine Idee kommen kann.
Die restlichen Effekte (u.a. auch Gliedmaßenabtrennungen) wirken recht billig und die dazu herbeigeführten Blutfontänen sind sehr sehr eigenartig.

Ich kann letztendlich nur eins sagen: Der Film ist eine herbe Enttäuschung wie ich sie aus Japan absolut nicht erwartet hätte. Ich vergleiche keine Filme miteinander (außer Originale mit Remakes) und betrachte jedes Werk nach seinem eigenen Weg, aber an dieser Stelle möchte ich eine Alternative empfehlen, die meiner Meinung nach Kunoichi in jedem kleinsten Detail schlägt . Seht euch Azumi an. Am besten beide Teile (jeweils 10/10), welche ebenfalls aus Japan und von der Qualität das komplette Gegenteil sind. Für Azumi lege ich sogar meine Hand ins Feuer und behaupte, dass jeder etwas gutes darin findet. Von Kunoichi aber kann ich nur abraten.

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