„Stahljustiz“ ist ein weiterer Rache-Actioner nach dem „Ein Mann sieht rot“ Muster, der nicht aus der Masse heraussticht.
John Steele (Martin Kove) ist ein G.I. in Vietnam, der mit seinem besten Freund Lee (Lee Van Minh) 1975 in den letzten Tages des Krieges eine vietnamesische Stellung erobert und zum Dank dafür beinahe von einem fiesen vietnamesischen Verbündeten, dem General Bon Soong Kwan (Soon Teck-Oh), ermordet wird. Doch er und Lee schleppen sich zu den Landungsbooten, Steele verletzt den Fiesling schwer und beide kommen nach Hause. Obwohl der Beginn schon arg klischeehaft wirkt, so weiß er doch noch irgendwie zu gefallen. Denn trotz diverser Ami-Macho-Einschübe ist das ganze ganz unterhaltsam gemacht und bietet ein paar nette Einschüsse.
12 Jahre später ist Lee ein Cop bei der Drogenbehörde, während John ein runtergekommener, geschiedener Alkoholiker ist, der sich mit miesen Jobs über Wasser hält. Dennoch hat John einen Rest Stolz behalten, der ihn dafür kurz in den Knast befördert. Doch Lee holt ihn raus und nimmt ihn erst mal bei sich auf. So weit, so klischeehaft. Vor allem der heruntergekommene Underdog, der dann zurückschlägt ist eine oft gesehene Variante und Martin Kove fügt der Rolle auch nix neues hinzu.
Doch dann radiert eine Horde Drogendealer Lee, seine Frau und seine Schwiegermutter bei einem Racheakt aus. John wird gleichzeitig zum Schutz- und Racheengel. Erstere Funktion wird übernommen, indem er auf Lees Tochter zusammen mit seiner Ex-Frau Tracy (Sela Ward) aufpasst. Letzteres, indem er einen Privatkrieg mit den Mördern beginnt...
„Stahljustiz“ ist ein Film wie man ihn schon zig mal gesehen hat – und dabei auch schon besser. Dennoch ist noch nicht alles verloren, denn ein gewisses, wenn auch trashiges Flair hat sich der Film dennoch bewahrt, welches z.B. in den Vietnamszenen, der übertriebenen Waffenwahl (am Ende wird’s ein wenig unfreiwillig komisch, wenn Steele einen Jeep mit Gatling-Gun auffährt) und der schrägen Musikeinlage in der Mitte des Films zum Vorschein kommt. Das macht den auch den Mangel an Spannung, das totale Fehlen von Innovationen und das bisschen an unfreiwilliger Komik zumindest teilweise wett.
Die Actionszenen sind leider nur in geringer Zahl vorhanden: Der Auftakt in Vietnam, das Finale und drei kurze Schießereien zwischendurch. Das Finale ist etwas übertrieben und könnte länger sein, dafür hat mir die Schießerei in der Mitte in dem Hotel recht gut gefallen. Dabei sind die Actionszenen durchaus handfest, wenn auch ohne großen Stil inszeniert und bieten ein paar ordentliche Einschüsse.
Was für einen derartigen B-Film auffällig ist, ist die recht prominente Besetzung: Es sind unter anderem Sela Ward, Ronny Cox und Al Leong in Nebenrollen zu sehen, auch wenn sie lediglich routiniert agieren. Aber das ist noch besser als Martin Kove, neben dem selbst Dolph Lundgren wie ein Oscar Gewinner aussieht.
„Stahljustiz“ ist ein mittelmäßiger Rachestreifen mit ein wenig netter Action, allerdings etwas schwach inszeniert und erdacht. Aber nicht absolut schlecht, da auf eine seltsame Art und Weise nicht langweilig.