Review

Dumme, weiße Großstädter machen erst im Dschungel Rambazamba und werden dann zur Strafe von den Eingeborenen zerhackstückelt…

Weiße reisen in den Dschungel und führen sich auf wie die Wilden <---> die Wilden reagieren äußerst weise und reißen den Rowdies auf zivilisierte Art den Arsch auf – diese leicht sozial- und gesellschaftskritisch angehauchte Thematik ist nicht neu und wurde bereits in mehreren 70er-Jahre-Kannibalen-Schockern verwurstet (Ursprung und bestes Beispiel: „Cannibal Holocaust“).
Dermaßen eindrucksvoll, benutzerfreundlich und brutal fiel das Resultat aber nur selten aus. Aber seht selbst:

Der Body Count:
- 5 Weiße
- 3 Eingeborene
- 1 Gürteltier
- 1 Ferkel
- 1 Leguan
- 1 Riesenschildkröte
- 1 Krokodil
Im Gegensatz zu den Darstellern, die’s wegen ihres mäßigen Talents gewiss auch verdient hätten, müssen benannten Tiere aber wirklich dran glauben und werden, wie so oft im Kannibalen-Genre, dazu genötigt, vor laufender Kamera echt abzunippeln. Wahrlich kein schöner Anblick, zumal die Tierchen zu allem Überfluss auch allesamt recht qualvoll aus dem Leben scheiden.
Ne ne, so was geht halt eigentlich gar nicht und kommt noch nicht mal mir freiwillig in die Tüte, noch nicht mal unter dem Deckmantel der Kunst (weiß auch nicht in wiefern man hier von Kunst reden kann…), aber nehmen wir es einfach mal als Artefakt aus vergangener Zeit wahr und als Stimmungsverstärker billigend in Kauf.
Weiter:

Der Gore:
- 1x Tod durch Giftpfeil
- 2x Tod durch Erschießen
- 1x Tod durch Aufspießen
- 1x Tod durch Sepsis
- 1x Hand ab
- 1x Auge raus
- 2x Schwanz ab mit anschließender Vertilgung des Genitals
- 1x Fleischerhaken durch Titten

Das fragliche Highlight des Films ist ganz klar der Showdown mit letztgenannter Szene, in dem eine Tussi einen Fleischerhaken durch jede Brust getrieben bekommt und anschleißend in alter Fakir-Manier an jenen frei schwebend aufgehängt wird.
Dieses Szenario, welches auch recht ausführlich und plastisch abgehandelt wird, ist zwar wirklich so maßlos grausam, abartig und auch frauenverachtend, dass einem echt die Eier in der Hose schrumpfen, wird hier aber so lockerflockig und ohne konkrete Wertung verkauft, als wär’s das Normalste der Welt. Pfff…

Story-technisch tut sich nicht sonderlich viel. Die dümpelt wie das trübe Amazonaswasser halt so vor sich hin und ist auch reines Mittel zum Zweck und Alibi für die vielen Grausamkeiten.
Aus genau diesem Grund ist dieser illustere Geselle aber ganz klar ollen Weichspüler-Kannibalenfilmen á la „Cannibal Holocaust“ vorzuziehen. „Cannibal Ferox“ tut nämlich n i c h t anstandshalber so als ging’s ihm gar nicht darum, möglichst viel mit Blut und Eingeweiden zu pantschen, oder darum, irgendeine tolle Message loszuwerden oder über Sitten und Bräuche einer anderen Kultur aufzuklären. Nö, „Ferox“ ist ganz aufrichtiger Kannibalen-Schund der härtesten Gangart und darauf auch verteufelt stolz.
Zu Recht, wie ich finde…


„Die Kannibalen! Sie wollen uns auffressen! Wir müssen schnellstens verschwinden!!!“


Neben „Lebendig gefressen“ (ebenfalls von Lenzi), „Nackt unter Kannibalen“ und „Zombie Holocaust“ (obwohl dieser schon arg aus der Reihe purzelt) ganz klar auf dem Thron des zu Recht als übelster Dreck verschrienen Kannibalen-Genres.
Allen Kritikern, denen diese dreckige, kleine Nebennische des Horrorfilms zu hohl, zu Gewalt verherrlichend oder zu anspruchslos vorkommt, möchte ich aber sagen:
„Wenn ihr was Anspruchsvolles, was mit Herz und Köpfchen oder irgendwas anderes Schwuchtelig-Tuckiges sehen wollt, dann kuckt halt bitte um Gottes Willen keinen KANNIBALENFILM!!!“
Genau, geht doch zu "Patch Adams" heulen oder holt euch auf "Notting Hill" einen runter.
Alle Ritalin-Kinder und Vollsickos, die lieber zu "Nekromantik" kuscheln, sind hier aber bestens aufgehoben.

Fazit:
Billig, sleazig, blöd, unspannend und so brutal und blutrünstig, dass einem echt das Kotzen
kommt – genau so mag ich meine Kannibalen…

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