Eine Anthropologiestudentin reist zu Forschungszwecken an den Amazonas. Sie forscht dort für ihre Dissertation und hat dabei noch ihren Bruder und eine Freundin im Schlepptau. Es soll nachgewiesen werden, dass Kannibalismus nicht (mehr) existiert und so kämpft sich die Truppe durch den Dschungel, trifft auf zwei weitere Herren und schließlich auf das Dorf eines indigenen Stammes.
Und wie das in groben Zügen weitergeht, kann man sich denken. Die zu dieser Zeit grassierende Welle an Kannibalenfilmen spülte manch ähnlich gelagertes Szenario auf die Bildschirme und in der Regel versuchte man sich daran, das willige Publikum zu schockieren. So auch „Cannibal Ferox" von Umberto Lenzi, dessen Plot eine reine Ausrede für Exploitation und diverse Grausamkeiten ist. Aber grundsätzlich weiß man das auch, wenn man einen Vertreter dieses Subgenres einwirft und so sollte die dürftige Erzählung und das mittelmäßige Schauspiel wenig verwundern.
Die Geschichte ist einfach gestrickt und recht lächerlich präsentiert, die Figuren sind es ebenso. Gedreht in New York und im Amazonas-Gebiet bietet „Die Rache der Kannibalen" immerhin manch schöne Ansicht von Stadt und Dschungel, ansonsten ist der Streifen wenig aufregend in Sachen Kameraarbeit. Auf die Ohren gibt es neben einem passenden und wiederkehrenden Stück irgendwas zwischen Disco- und Pornomucke.
Was die Atmosphäre und Effekte angeht, so liefert Lenzi hier aber durchaus etwas. Zwar ist das hier kein durchgehendes Splatterfest, aber immer wieder werden handwerklich gut gefertigte Effekte präsentiert. Soweit diese Menschen betreffen ist das auch vollkommen in Ordnung. Doch leider ist „Cannibal Ferox" wie manche Kollegen für andere Praktiken berüchtigt.
Denn hier werden Tiere mutwillig aufeinander losgelassen und die Kamera hält genüsslich drauf, wenn diese sich gegenseitig auslöschen. Schlimmer noch wird es, wenn diese von Menschenhand vor laufender Kamera getötet werden, denn es geschieht nur um des Effekts Willen. Reiner Selbstzweck und somit verabscheuungswürdig. Dem Film würde ohne diese Sequenzen nichts fehlen, somit darf man das definitiv zum Kotzen finden und Lenzi die Pest an den Hals wünschen.
„Von Kannibalen wird dann niemand mehr reden."
Was macht ein Kannibale mit einer American Express Kreditkarte? Wir werden es nie erfahren.
„Cannibal Ferox" ist meist ein typischer Vertreter des filmischen Kannibalen-Genres aus der damaligen Zeit. Die „Zivilisation“ dringt vor und zerstört, die Zerstörten schlagen zurück. Hier kommt noch unnötiger und zu verurteilender Tier-Snuff hinzu, der völlig sinnbefreit ist.
Sicher ein Klassiker seiner Schublade. Macht die Sache aber nicht besser.