„Enemy of my Enemy” gehört zu den weniger überzeugenden B-Verschnitten von „Stirb langsam“.
Der Film beginnt allerdings eher wie „Mission: Impossible“: Um den Kriegsverbrecher Peter Vojnovic (Uwe Ochsenknecht) trotz starker Bewachung festzunehmen, greift der Geheimdienst zu einem Trick. Man verabreicht ihm bei einem Handkuss Abführmittel und die präparierte Toilette fährt in den Keller, wo man ihn in Gewahrsam nimmt. Der Anfang fällt leider wenig actionreich aus, aber immerhin ist er trotz „Mission: Impossible“-Anleihen mäßig originell für das Genre.
Einige Monate später: Der Hacker Steve Mitchell (Peter Weller) ist im Ostblock unterwegs, um einige Aufträge für die US Regierung zu erledigen – Sohnemann im Gepäck, da seine Ex-Frau verstorben ist. In der US-Botschaft in Bukarest, Rumänien, soll er einen letzten Job durchführen, wo er auf seine alte Flamme Erica Long (Daryl Hannah) trifft, mit der er zusammenarbeiten soll. Klischeemäßig fallen die beiden natürlich sofort übereinander her, aber da die Darsteller bekannter sind natürlich vollkommen jugendfrei, auch wenn das die Szene nicht weniger lächerlich und klischeehaft macht.
Die beiden Computer-Experten wollen gerade mit ihrer Arbeit anfangen, als einige Terroristen die Botschaft attackieren und besetzen. Erica gerät in Gefangenschaft, während sich Steve noch verstecken kann. Von einem Geheimraum aus beginnt er Gegenmaßnahmen gegen die Geiselnehmer einzuleiten, während diese mit der Außenwelt verhandeln...
„Enemy of my Enemy“ kaut im Großen und Ganzen nur bekannte Muster wieder ohne diese groß zu variieren. Dennoch ist die Handlung gar nicht mal schlecht erdacht, denn einige Wendungen sind für Low Budget Verhältnisse des Films jedoch recht originell geraten. Leider kommt der Film sehr episodenhaft daher, da der Kampf gegen die Geiselnehmer sehr inhomogen ist und Peter Weller immer wieder nur kleinere Sabotageakte durchführt, aber die Handlung nie ineinander übergeht. Zudem kann Peter Weller einfach nicht Bruce Willis ersetzen, da er kaum kämpft und auch keinen einzigen guten One-Liner vom Stapel lässt.
Hier liegt auch das große Problem der Umsetzung: Die Dialoge des Films sind selbst für B-Verhältnisse relativ schwach und wirken ab und zu etwas peinlich. Zudem übertreibt der Film gegen Ende etwas mit den Wendungen, wenn einige Charaktere ihre wahren Motive enthüllen und ganz zum Schluss (nach dem Schluss) wird noch mal jede Glaubwürdigkeit im Handeln der Hauptfiguren über Bord geworfen. Optisch ist der Film guter B-Durchschnitt.
Weiteres Problem ist der eher geringe Anteil an Actionszenen. Die Botschaftserstürmung und der Showdown sind recht gelungen, aber dazwischen gibt es nur eine kurze und recht unglaubwürdige Schießerei zwischen Weller und den Fieslingen. Die Schießereien sind aber immerhin ganz nett inszeniert und bieten zudem für eine FSK 16 Freigabe überraschend blutige Einschüsse und sogar in relativ zünftiger Menge. Doch leider ist der Actionanteil insgesamt gesehen etwas zu dünn ausgefallen.
Peter Weller und Daryl Hannah agieren in diesem Film wirklich sehr mäßig und wirken schwächer als reine B-Actionstars. Eine recht gute Figur hingegen gibt Tom Berenger ab, der einen Soldaten spielt, der die Terroristen von außen belagert. Die Fieslinge sind absoluter B-Durchschnitt, die sonstige Darsteller immerhin OK.
So bleibt mit „Enemy of my Enemy“ unterm Strich ein relativ schwacher B-Verschnitt von „Stirb langsam“ trotz einiger guter Ansätze.