Plot: Die Story ist eigentlich recht schnell erzählt: Okada Izo wird hingerichtet. Nach seinem Tod wandelt er als unsterblicher Geist in Menschengestalt durch Zeit und Raum und ermordet alle, auf die er den Hass seines enttäuschenden Lebens verspürt. Und da das ziemlich viele Leute betrifft, killt er alles was sich ihm in den Weg stellt. Egal ob seine eigene Mutter, die Belegschaft eines Klosters, Schulkinder, ... in diesem Film wird eigentlich jede Figur die vorkommt niedergemetzelt. Zwischendurch poppt er eine alte Schachtel, marschiert Wände hoch und erinnert sich an alte Kriegszeiten, die übrigens von den Bildern her nicht ganz in die zeitliche Handlung passen.
Machart: Teilweise dürfte die Inszenierung etwas enttäuschen. Zwar gibt es massenhaft nette Gore-Szenen zu sehen, welche aber im grossen und ganzen etwas dilettantisch wirken. Das Blut spritzt literweise in bester Oldschool-Samuraifilm-Manier, aber im Jahre 2005 hätte man etwas mehr Professionalität erwarten können. Die halbierte Mutter die im Baum hängt wirkt aber wieder recht ansprechend. Von den SFX her gibt es nicht viel Spektakuläres zu sehen. Einige FX und Animationen wirken wie einem alten Computergame entnommen. Die Locations scheinen zum Teil etwas lustlos ausgewählt, und die Kameraarbeit kommt ebenfalls relativ langweilig rüber.
Erwähnenswert wären allerdings ein paar recht ulkige Dialoge. Allen voran die coole Definition von "Staat" einer Schülerin. Ausserdem ein letzter Satz eines von Izo's Opfern der mir geblieben ist: "Gar nicht so schlecht. Allerdings wirst du gegen meine Schwertkunst nicht bestehen." (...und zack, er stirbt). Cool.
Der filmische Tiefpunkt erreicht Izo dann bei der Kriegsszene im Wald. Diese erinnert fast ein bisschen an Unwerke wie "Violent Shit" und ist dem Namen Miike absolut unwürdig.
Zwischendurch wird der Film mit gesungenen Philosophischen Strophen aufgelockert. Mal nur als akustischer Hintergrund, mal in bester Lagerfeuerromantik.
Gesamthaft passt der Film von der Machart her nicht unbedingt in dieses Jahrtausend und wirkt manchmal ziemlich Low Budget.
Cast: Die meisten Schauspieler wirken auswechselbar. Kazuya Nakayama (Izo) sieht aus als wäre er der Heavy Metal-Band Manowar entsprungen und nervt zeitweise ein wenig. Ansonsten scheinen mir nur 2 Namen erwähnenswert: Beat Takeshi spielt eine kleine Nebenrolle und Bob Sapp, der Hulk unter den Boxprofis spielt ebenfalls eine kleine Rolle.
Die DVD: Meiner Kritik liegt die rem-DVD zu Grunde. rem wartet einmal mehr mit einer DVD von Spitzennqualität auf. Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut und die deutsche Synchro wirkt grösstenteils authentisch. Als Extras gibt's das Making of, das wegen einiger witziger Outtakes durchaus sehenswert ist. Die Verpackung von rem ist vom Feinsten. Ein schönes Digipack in gleicher Form wie bei anderen rem-Releases (Lady Snowblood, Uzumaki, etc), mit Poster und Postkarten als Beilage.
Fazit: Vielleicht wollte Miike einfach zurück zu den guten alten Metzel-Filmen, schnörkellos und bodenständig. Ob er dafür die richtige Story gewählt hat, sei mal dahingestellt. Über den Sinn des Filmes braucht man schon gar nicht diskutieren. Diese Frage beantwortet Izo im Film gleich selber ("Einen Grund kann ich nicht nennen. Es gibt keinen"). Aber ich finde den Film definitiv unterhaltsamer als so mancher hochgelobte Sicko-Trash wie "All Night Long" oder "Kichiku". 6/10