Story:
1865: Samurai Okada IZO wird als Handlanger des Rebellen TAKECHI brutal hingerichtet. Von nun an wandelt sein Geist zornig umher. Auf der Suche nach dem Grund für sein trauriges Dasein mordet sich IZO durch die Jahrhunderte und fordert alle zum Kampf, die er für die Enttäuschungen seines Lebens verantwortlich macht: Angefangen bei seiner Mutter und seiner Geliebten zieht seine Rache immer weitere Kreise bis er schließlich einem übermächtigen Wesen gegenübersteht.
Kritik:
Nun habe ich gerade auch das wohl am schwersten zugängliche Werk von Takashi Miike gesehen und bin auch noch etwas "benommen". Ich kann verstehen, dass viele den Film schlecht finden oder vor lauter Enttäuschung bei dem Aufgebot an japanischen Stars und doch interessant klingender Storybeschreibung und gelungenen Trailer als absoluten Müll abstempeln. Das ist er aber wirklich nicht. Hauptkritikpunkt ist zwar meist die Story, die wirklich dünn ist und mehr als man der Beschreibung auf der Rückseite der DVD-Hülle entnehmen kann, wird da auch nicht geliefert. Doch hinter dieser Fassade, wo der Geist des Samurais Izo zwischen Zeit und Raum hunderte von Menschen aus Hass und Gier nach Rache niedermetzelt, steckt mehr dahinter. Doch man muss sich auch auf so eine äußerst starke, visuelle und symbolische Art von Film einlassen können, ansonsten wirkt der Film auf den Zuschauer tatsächlich nur langweilig. Ein normaler Unterhaltungsfilm ist er auch nicht. "The world can never be changed"; "Nichts ändert sich, alles wiederholt sich immer nur" - und das wird auch im Film demonstriert.
Miike prangert und symbolisiert so viel in diesem Film, wie in kaum einen anderen. In der Szene wo Izo in einer Höhle von zwei Versicherungsvertretern angesprochen wird und diese sich dann in Vampire verwandelt ist dabei nur eine Kleinigkeit. Zwischen den Actionszenen wird immer wieder philosophiert, über den Sinn des Lebens, der Gewalt und der Absicht Izos - und diese bleibt offen. Auch wenn die Dialoge und Monologe, in denen philosophiert wird, anstregend zu verfolgen sind und auch nicht alles klar erscheint und auch nicht alle Ideen zünden, ist der Film etwas Besonderes. Man wird stellenweise mit einem gewaltigen Bilderrausch konfrontiert. Damit meine ich nicht nur Darstellungen von Gewalt (da sind andere Miike-Filme sogar heftiger) sondern auch wunderschöne, vertäumte Landschaften, wie ein ruhiger See eine großes, farbenprächtiges Blumenfeld, dichte Wälder oder die unendliche Weite des Himmels. Stark fand ich zudem die Gitarrensongs und die Einblendungen von historischen Bildern aus Armutsländern oder aus der Zeit des 2.Weltkriegs.
Izo ist visuelles Kunststück an Film, das vielen unzugänglich ist und nur wenigen wirklich gefällt, doch so ist es nun mal mit der Kunst. Diese Film teilt die Miike-Fans wohl wie kein anderer und bietet viel Platz für eigene Interpretationen. Ich persönlich schaue mir lieber so einen Film an und sehe da auch mehr Sinn, als in manchen Horror-Metzel-Film, wie z.B. Br*ind*ad, so ein Film hat wirklich keine Story und Sinn.
7/10