Review

Marienthal - State of Emergency
oder „Bunker des Grauens“ ist „Oliver Hummell´s“ zweiter Film, der sich zwar noch im Amateur Bereich einordnen lässt, aber kein Vergleich mit seinem Debüt Werk „The Dark Area“ ist. Die besagte Schraube der Professionalität ist hier sichtbar angezogen worden.

Story:
6 unterschiedliche Leute, Martin, Lisa, Dennis, Melanie, Felix und Simon nehmen einen ungewöhnlichen Wochenendjob an. In einer stillgelegten Bunkeranlage Marienthal sollen sie das Wochenende Patrouille laufen und den Bunker verwalten. Raus an die Oberfläche können sie nicht, sodass sie von der Außenwelt quasi abgeschnitten sind. Das Ganze fängt abenteuerlich und spaßig an, bis im Kontrollraum sich plötzlich ein Todesfall ereignet hat. Nun kann das übliche „wer ist der Täter“ Suchspiel beginnen. Und eins ist versprochen, dieses zieht sich spannend bis zum Schluss hin und bringt Erstaunliches zum Vorschein. Thriller!

Überraschend gut dieser Streifen. Die Idee und Wahl der Location strahlen von Natur aus her schon eine bedrückende und beklemmende Atmosphäre aus. Das Ganze wird mit einem präzise inszenierten Spannungsaufbau noch geputscht. Handlung und Szenenbild passen hier perfekt zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Auch die Schnitte sind gelungen. Also eines muss man echt mal anmerken, „Oliver Hummell“ hat sich mit diesem Film echt gesteigert. In keiner Minute wurde mir langweilig und wurde sehr gut unterhalten bei diesem Psychotrip durch den Bunker.

Wie bei jedem Film stellt man sich die Frage, ob man das irgendwie noch Toppen könnte. Bei „State of Emergency“ gestaltet sich das aber äußerst schwer. Gut um die Sache noch authentischer zu machen, als es schon ist, hätte man sich einen „älteren“ Bunker aussuchen können, mit schönen blanken Stahlbetonwänden, wo der Putz schon abblättert und rostige Apparaturen das Ambiente noch düsterer erscheinen lassen, aber im Grunde ist es schon gut so, wie es ist.

Wenn es was zu bemängeln gäbe, dann wären es wohl die Darsteller, die dann doch eher an den Uni Theater Kurs erinnern. Und natürlich das übliche Problem der Amateurfilmerei mit dem „angemessenen“ Equipment. Denn eine Kamera mit der sich Tiefenschärfe und Tiefenunschärfe einstellen lassen, so wie man es bei professionelleren Werken gebraucht, hätte dem Film sicherlich gut getan, ebenso wie ein vernünftig gepegelter Ton. Es ist halt leider noch ein Amateurfilm, doch das, was möglich war, hat man rausgeholt und selbst die Kamera hat genau das richtige Detail stets eingefangen. So wie auch die geniale Musik die absolut zum Film passt.

Fazit:
Authentisch nicht aufgesetzter durchaus spannender Film, der Spaß macht und definitiv unterhält. Den Herrn „Hummel“ sollte man mal im Auge behalten, das wird noch was. Hier hat er mich bis auf die Darsteller überzeugt und bewerte das Ganze mit lockeren 6/10

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