"Matrix - Revolutions" hat es tatsächlich geschafft. Der dritte Teil der Bullet-Time-Saga, deres gleichen diesmal rätlich vermisst wurde, ist mit Pauken und Trompeten untergegangen.
Ganz klarer Kritikpunkt diesmal, während man als Zuschauer bei Teil 2 vergebens auf gute Actionszenen gehofft hatte, wird man bei "Matrix - Revolution" gnadenlos davon überschüttet. Leider können die actionlastigen Szenen nur teilweise überzeugenden Unterhaltungsstoff bieten.
Das liegt zum Großteil daran, dass man die ziemlich guten Kämpfe aus den Vorgängern versucht hat, an Einfallsreichtum und Epik zu übertreffen, was aus ihnen einen Haufen übertriebener und bescheuerter Fights gemacht hat.
Unverständlich, der Kampf ganz zu Beginn, bei dem die Kontrahenten von Morpheus und Co an der Decke entlang wandern.
Natürlich mögen Programme zu allem in der Lage sein, aber zusammen mit der Tatsache, dass man ständig gesehen hat, dass es sich um Tricktechnik handelte und, dass es sowieso recht dämlich wirkte Freund und Feind an allen Seiten des Raumes laufen zu sehen, als trugen sie magnetisierte Schuhe als Fußbegleitung, ließ den "Matrix - Revolutions" nicht atemberaubend wirken sondern einfach nur lächerlich.
Aber auch ansonsten waren die Kämpfe eher monoton.
Bei Kampf um Zion sah man nur ein Haufen Metall und dazwischen ein paar Roboter-Einheiten der Verteidiger, die, dumme Sprüche reißend, in die Fülle an Maschinen schossen.
Aber an coole Sprüche, klischeehafte Handlungsentwicklung und unnötige Kampfeinlagen hat man sich ja mittlerweile bei Matrix gewöhnt.
Mit seinem unnachgiebigen Drang nach Coolness, zerstört der Film seinen gesamten Charme. Wer will schon die gesamte Mannschaft in Sonnenbrillen durch dunkle Räume laufen sehen? Der wohl eindeutigste Beweis dafür, dass man krampfhaft versucht hatte den Darstellern einiges an Lässigkeit abzugewinnen sieht man in der Szene in der Morpheus und Trinity, sowie der "Handlanger" des Orakels durch die Schalter vor dem Club gehen. Die beiden Kerle springen ja Gott sei Dank noch darüber hinweg, auch wenn ich mich recht erinnere in, hier weniger gut eingesetzter, Bullet-Time-Sequenz.
Jedoch warum muss Trinity ein Rad schlagen??? Um ihren Kreislauf in Schwung zu bringen?
Für mich total unverständlich. Erneut ein Beweis, dass den Machern die Ideen ausgegangen sind.
Nichts desto trotz wurde uns aber auch ansprechendes Filmmaterial angekündigt. Unter anderem eine circa 20 minütige Helikopter-Verfolgungsjagd. Bloß war die in dem Film nicht vorzufinden. Wenn damit letzten Endes die Verfolgungsjagd der Maschinen
gemeint war, als diese Niobe in der "Hammer" durch den Versorgungsschacht verfolgt haben, muss ich leider eingestehen, dass ich diese Hatz ermüdend fand.
Zudem, dass der Streifen aufs Übelste kitschig und voller derber Klischees war, kam noch dazu, dass es an emotionaler Tiefe gefehlt hatte, oder vielmehr an Glaubwürdigkeit.
Kurz nachdem Neo eine Person verloren hatte, die er sehr gemocht hatte findet man ihn nicht in Rage. Noch weniger. Er bietet den Maschinen sogar nicht nur einen Waffenstillstand an, sondern sogar den Frieden.
Nicht etwa, weil er wieder einmal seinen Coolheitstrip hat und den Frieden als letzte Möglichkeit für die Maschinen bietet, nicht von seiner Rache überrollt zu werden, sondern einfach nur weil er Frieden will.
Natürlich ist es verständlich, dass der Frieden dem Krieg vorzuziehen ist, allerdings bezweifle ich, dass Neo im Stande ist seine Gefühle soweit unter Kontrolle zu halten, dass er nicht auf die Maschinen losgeht.
Erklären ließe sich all' dies dadurch, dass Neo schließlich der "Auserwählte" ist.
Genau diese Begründung wird im Film schließlich als Universal-Antwort geboten, wenn Fragen auftauchen, bei denen wohl selbst die Regisseure keine wirkliche Antwort wussten.
Warum Neo z.B. fliegen kann, oder warum er es vermag mit seiner ausgestreckten Hand die Maschinen zu stoppen.
Beim Einsetzen des Abspanns bleiben deshalb sehr viele Fragen offen. Was den Ottonormalverbraucher eher wenig stören dürfte, dem eingefleischten Fan und Kritiker aber regelrecht auf den Senkel geht ist, dass "Matrix - Revolutions" keinerlei Lösungsansätze bietet.
Man steht also genauso verlassen wie Neo in der U-Bahn-Station da und ist alleingelassen. Ratlos und unfähig zu handeln.
Der Film ist durchweg einer von der Sorte, dessen erzwungene Coolness, bei den Zuschauern, zu einem Brechreiz führt. Zudem lässt er viele Fragen offen, sodass man fasst annehmen würde ein 4ter Teil stünde vor der Tür. Da dem aber nicht so ist bleibt einem leider nur der Schluss zu ziehen, dass man bei "Matrix - Revolutions" vor lauter Tricks und Action vergessen hat einen sinnvollen und vor allem verständlichen Handlungsbogen zu finden.