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Die Maschinen rücken weiter auf Zion vor, die große Zuflucht der Menschheit. Und während sich Neo mit Trinity gen Maschinenstadt aufmacht, bleibt dem Rest nur der verzweifelte Kampf um ihre Heimat.
Das große Finale, wieder geschrieben und inszeniert von den Wachowski-Geschwistern, ist ein Stück unterhaltsamer geraten als „Reloaded“. Soviel vorweg. Nicht, dass es nicht auch hier an Erläuterungen mangelt, obwohl man wieder der Geschwätzigkeit anheimfällt, doch immerhin hat man manches davon ordentlich heruntergefahren. Dafür gibt es mehr Krawall, denn für den hintergründigen Spiegelmechanismus, der im Erstling etabliert wurde und die Faszination des Szenarios ausmachte, interessiert man sich nicht mehr. Das beinhaltet allerdings auch, dass man auf viele im direkten Vorgänger gestellten Fragen hier keine Antwort bekommt. Dafür war kein Platz mehr. Oder man wusste selber nicht mehr, worin man sich da eigentlich verrannt hatte.
Erfolg verlangt nach Fortsetzung – und da sind wir nun eben.

Der Fokus liegt dabei nicht mehr derart auf Neo, wie es in den Vorgängern noch der Fall war. Das liegt auch an einer langen Schlacht in Zion, die ausufernd bebildert wird. Dabei kracht es zwar an allen Ecken und Enden, doch geht dies nicht ohne Ermüdungserscheinungen über die Bühne. Und mal ehrlich – bei der Menge an Gegnern ist die Dauer des Gefechts mehr als lächerlich. Aber wenn man zwischendurch immer noch Zeit hat, sich die Szenerie anzusehen oder einen kleinen Plausch zu halten, wird es schon nicht so schlimm sein. Ohne Pathos geht’s dann auch hier nicht.
Die Effektabteilung durfte sich austoben und gefühlt sieht das auch eine Spur besser als in „Reloaded“ aus. Das gilt auch für die Maschinenstadt, das Design ist durchaus ansprechend, wenn man auch nicht wirklich in die Tiefe geht.
Die zweite größere Actionsequenz, eine Neuauflage von Neo vs. Smith, kann da nicht mithalten. Diese wirkt entkoppelt und ohne Bezugspunkt, somit auch wenig griffig und verpufft als großer Moment völlig.

Darstellerisch bleibt alles im gewohnten Rahmen. Reeves hat weniger zu tun, Moss und Fishburne verschwinden mitunter im Ensemble, dazu versucht man diverse Nebenfiguren ins Rampenlicht zu bringen. Das bedeutet immerhin mehr Lebendigkeit und befeuert den Eindruck der Teamarbeit, lässt aber auch zunehmend die Bindung an die Hauptfigur(en) vermissen. Weaving als Agent Smith ist wie immer ein Lichtblick, verkommt aber hier auch zur Anomalie – weil die titelgebende Matrix zur Randerscheinung degradiert wird. Man spielt lieber die Erlöserkarte (wieder) und ertränkt alles im Getöse. Das ist der einfache Weg. Zugegeben nicht ohne Unterhaltungswert, aber eben für den Kopf unbefriedigend.

Am Ende bleiben natürlich Fragen offen, alles andere hätte auch verwundert. Immerhin kurzweiliger als der direkte Vorgänger geraten, bleibt aber eine gewisse Enttäuschung, was man aus der faszinierenden Grundidee gemacht hat. Viel Materialschlacht, immerhin einen kurzen Blick hinter die feindlichen Linien, aber erzählerisch wieder recht ungelenk. Kein zufriedenstellender Abschluss der Trilogie. Eigentlich gar keiner.

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