Captain Nathan Algren, ein amerikanischer Held der etliche Indianer getötet hat und letztendlich im Suff hängen geblieben ist, wird beauftragt die Armee des japanischen Kaisers auszubilden, damit diese eine Rebellengruppe von Samurai ausschaltet die sich weigern die neuen Werte der Amerikaner anzunehmen und somit für die alten, japanischen Werte kämpft. Doch der Kampf gegen die Samurai geht in die Hose, und außer Algren und denen die es schaffen vom Kampfschauplatz zu flüchten, werden alle Soldaten von den Samurai getötet. Nach einem furiosem Überlebenskampf von Algren nehmen die Samurai ihn den Winter über bei sich auf, wo er ihre Kultur und ihre Traditionen und Werte kennen lernt. Und damit verändert sich sein ganzes bisheriges Leben.
„Last Samurai“ ist ein Film der viele sehr gute Ideen beinhaltet, leider aber auch genauso viele schlechte. Was sehr positiv auffällt ist die Art und Weise wie die verschiedenen Werteklassen dargestellt werden. Zum einen die Amerikaner, für die Macht und Geld im Mittelpunkt stehen, und zum anderen die alten Samurai für die nur eins wichtig ist: Ehre. Dargestellt wird beides sehr schön durch die unterschiedlichen Lebensweisen, die Art miteinander umzugehen, und schließlich auch durch die Konflikte die zwischen beiden auftreten. Doch dabei bleibt der Film – zumindest im Mittelteil – recht neutral und zeigt die diversen Ereignisse ohne dabei eine Lebensart als besonders gut oder schlecht darzustellen. Hinzu kommt die Art und Weise wie sich ein Mensch von dem einen zu dem anderen entwickeln kann, ein Tausch für den es die Hauptfigur Nathan Algren gibt, die diesen Prozess wunderbar darstellt. Anders als in vielen Filmen die eine ähnliche Idee verfolgen, ist der Wandel von Algren nicht überstürzt und nachvollziehbar. Bereits ganz zu Beginn des Filmes sieht man ihm in seinem Überlebenskampf gewisse Eigenschaften an die sich im Laufe des Films immer mehr verfeinern und verstricken, so dass aus seiner kaputten Ehre und seiner zerfressenen Seele ein Mensch voller Hoffnung und innerem Frieden gedeiht, der das im Leben findet was er gesucht hat. Der Film zeigt im Laufe dieses Wandels sowohl traurige, als auch spannende, als auch lustige Szenen die einen schönen Mix bescheren und somit Längen im Film vermeiden.
Doch nach schätzungsweise 90 Minuten ist die Luft raus und es passiert das was passieren musste. Angefangen damit, dass Algren die Art der Amerikaner nicht weiter ertragen kann und sich auf die Seite der Samurai schlägt (was noch vertretbar ist) kommt es zu einer furiosen Schlacht in der alle Samurai (außer Algren, dem Amerikaner) sterben, und dies „nur“ weil der Befehlshaber der Armee einen Fehler in dem sieht was die Armee tut, das Feuer einstellt, und sich vor Algren und dem toten Katsumoto verneigt. Irgendwo war es ja klar, aber dennoch fragt man sich: WARUM zum Teufel der Amerikaner? Da waren insgesamt 500 Krieger, und ausgerechnet er überlebt. Abgerundet wird dies damit das der Kaiser in einem Gefühlsanfall bezüglich Katsumotos Tod plötzlich rallt dass das was er bislang tat ziemliche Scheisse war, und das es wieder einen bösen, arroganten und selbstsüchtigen und somit „bösen“ Berater des Kaisers gibt der an allem Schuld ist. Wenn man dieses Ende, nach diesem wirklich gelungenem Anfang sieht, dann wird einem schlecht. Da hätte man – zumindest in meinen Augen – etwas sehr viel bewegenderes und interessanteres Ende draus machen können, was die Bedeutung von „Ehre“ deutlicher hervorgebracht hätte.
Zwar sind sowohl die schauspielerischen Leistungen von Tom Cruise als auch von Ken Watanabe ziemlich gut, und zwar ist auch der Score sehr schön geworden (mitsamt dem Setting), doch irgendwie fehlt dem Film gegen Ende seine Seele. Die Szene in der Algren die Rüstung des Mannes den er einst getötet hat an sich nimmt, konnte mich nicht mehr annähernd überzeugen oder mitnehmen, das Gefühl des Films geht einfach verloren.
Und somit ist „Last Samurai“ ein weiterer Film der zwar wunderschöne Ansätze hat, die er dann aber eiskalt in den Sand setzt und das Werk langweiliger enden lässt als es vermutlich notwendig war. Ein nettes Historiendrama, das allerdings zunehmend von der Tragödie in die Komödie abrutscht, zumindest wenn man Anfang und Ende gegenüberstellt.
7/10