Ich kann nur sagen, dass ich von diesem Wahnsinnswerk in jeder Hinsicht begeistert bin.
In "The Last Samurai" wird dem mündigen Zuschauer ein grandioser Einblick in die japanische Kultur, aber auch in die schwierige Situation während der Industrialisierung gegeben. Edward Zwick versteht es meisterhaft, diesen Konflikt zwischen den traditionsreichen Samurai und des "modernen Japans" anschaulich darzustellen.
Dieser Film bietet für Interessierte einfach alles, von einer genialen, bewegenden Story über fesselnde Kampf -und Schlachtszenen und tiefsinnige Dialoge bis hin zu einem Finale, bei dem im wahrsten Sinne des Wortes schweres Geschütz aufgefahren wird und das mit grandiosen Aufnahmen aufwarten kann... Allein die großartigen Landschaftsbilder überzeugen hierbei, zum Beispiel kann man sich tatsächlich sehr gut in das Dorf der Samurai hineinversetzen. Sowohl Alltag als auch Bräuche der Samurai werden einem nähergebracht; gefallen hat mir vor allem das wirklich sehr nett dargestellte Fest.
Ich persönlich wurde von der ersten Sekunde bis hin zum Abspann mitgerissen. Vor allem die Entwicklung des "amerikanischen Fremden" (Tom Cruise hat allemal überzeugt) hat mich fasziniert. Gut, manche Passagen und Handlungen kann man vielleicht teilweise vorhersagen, trotzdem ist der Film meiner Meinung nach in keinster Weise kitschig. Manche könnten jetzt darauf hinweisen, dass wieder einmal ein Amerikaner das Schicksal der "unzivilisierten Restwelt-Bewohner" beeinflusst, aber ich denke, dass Cruise bei "The Last Samurai" eine ganz andere Figur spielt: Nathan Algren ist (am Anfang) eben nicht der heroische Soldat, ganz im Gegenteil! Er wirkt als abgestumpfter Mann, der seine schrecklichen Kriegserlebnisse nicht verarbeiten kann und im Laufe des Films gerade erst von den Samurai (in gewissem Sinne) "gerettet" wird.
Ein groß auftrumpfender Hans Zimmer bietet schlussendlich das Sahnehäubchen obendrauf. Das ist ja wohl echt der Hammer, wie es dieser Mann versteht, Musik zu machen! Jede einzelne Sekunde seiner "Untermalung" passt perfekt zur Handlung und deren Fluss... Hans Zimmer rangiert spätestens nach diesem Meisterwerk auf demselben Niveau wie Howard Shore.
Fazit: Ein durch und durch unterhaltsamer Streifen, der aber auch zum Nachdenken anregt.
Ganz großes Tennis!
10 P