Hier haben wir also ein Action-Drama, made in Hollywood über das Japan Ende des 19. Jahrhunderts. Zuerst haben sich mir sämtliche Nackenhaare gesträubt, und ich dachte: „Oh, mein Gott. Bitte nicht wieder so ein klischeehafter und pseudo-patriotischer Streifen.“ Allerdings wurde ich dann doch positiv überrascht.
Story: Mittelpunkt der Handlung ist Nathan, ein ehemaliger Captain der Amerikanischen Union, der sich bereits in den Kriegen gegen die amerikanischen Ureinwohner (hier im speziellen die Cheyenne, an der Seite von General Custer, den man allerdings nicht zu Gesicht bekommt) bewährt hat. Allerdings hatte er damals so viel Elend und Blutvergiessen gesehen, dass er mittlerweile von seinen Erinnerungen gejagt worden, und ein emotionales und alkoholisiertes Wrack geworden ist. Er verdient sich mittlerweile seinen Unterhalt mit dem Werben für Feuerwaffen.
Als ein ehemaliger Vorgesetzter ihm das Angebot macht, in Japan Truppen gegen „lokale Aufständische“ zu trainieren, und ihm dafür für seine Verhältnisse ein kleines Vermögen bietet, nimmt er an. Die USA als aufstrebende Waffenschiebernation hat starke Ambitionen ihre Technologie und ihre Wummen ebenfalls nach Japan zu verkaufen, was einigen kapitalistischen Politikern im Land der aufgehenden Sonne sehr entgegen kommt.
Die dortigen Truppen wurden aus recht unmotivierten Bauern oder Arbeitern rekrutiert, allesamt ohne Kampferfahrung. Nathan’s Hinweis an die ehrgeizigen und von sich sehr überzeugten Vorgesetzten, dass die Rekruten für einen wirklichen Kampf noch nicht bereit seien, wird allerdings einfach ignoriert. Er erfährt nun auch, dass es sich bei den Aufständischen um eine Gruppierung von Samurai handelt, die sich in einem abgelegenen Bergdorf sammeln.
Diese Samurai stehen dem japanischen Kaiser absolut loyal gegenüber, seinen Politikern und Beratern sind diese Samurai jedoch ein Dorn im Auge, da sie ihre kapitalistischen Ziele nicht teilen und deren Befehle nicht anerkennen.
Er wird in der folgenden Schlacht verletzt und von den Samurai gefangen und darf sich nun ein Jahr im oben angesprochenen Bergdorf aufhalten, wo er nach und nach die Philosophie, die Kampfkünste und die Frau eines von ihm in der Schlacht getöteten Samurai besser kennen lernt und sich schließlich auf die Seite der Aufständischen gegen seine früheren Vorgesetzten stellt.
Genug von der Story, die irgendwo zwischen ‚sehr vorhersehbar’ und ‚eigentlich nicht so schlecht’ pendelt. Zu den Darstellern lässt sich einiges positives verlieren. Tom Cruise spielt überraschenderweise wirklich glaubwürdig, auch wenn man sich ab und zu ein wenig mehr Mimik gewünscht hätte. Als zweites Highlight (noch vor Tommy Cruise) muss man Herrn Wanatambe (ich hoffe, ich habe ihn richtig geschrieben) nennen, der den Anführer der aufständischen Samurai spielt und diesem eine unglaubliche Tiefe verleiht. Der Rest der Darsteller (besonders die japanischen) machen eine gute Figur, wenngleich auch nicht oscarreif.
Hans Zimmer zeigte sich für den Soundtrack verantwortlich. Es war nicht unbedingt seine beste Arbeit, allerdings reicht dies trotzdem allemal, um den Film angemessen zu untermalen. Der Score ist unaufdringlich, unterstreicht die Szenerien des Films aber ganz gut. Leider neigt Zimmer hier ein wenig zu Klischeelutscherei, was aber zur Vorhersehbarkeit der Story passt.
Special Effects sind einige vorhanden, und diese wurden auch glaubhaft in Szene gesetzt, ohne als Effekthascherei zu erscheinen. Ordentliche Hausmannskost, würde ich sagen. Die Kämpfe sind durchgehend schnell, glaubwürdig und schön anzusehen. Für einen Nicht-Eastern war ich dann doch überrascht über die Qualität der Kampfchoreographie. Auch kann man hier sehen, dass sich Cruise redlich bemüht, den japanischen Ansprüchen an seine Akrobatik gerecht zu werden.
Fazit: Kein Meisterwerk, dafür ist der Film dann doch etwas zu klischeehaft und gefühlsduselig. Auch hat der Film in der Mitte die ein oder andere Länge oder Logikfehler. Trotzdem eine für Cruise überdurchschnittliche Leistung, und im gesamten eine durchaus sehenswertes Epos über Japan und dessen Konflikt zwischen Moderne und Tradition. Wer sich für dieses Szenario interessiert, sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen.
Ich würde dafür 7 von 10 Punkten vergeben. Der nicht immer tolle Soundtrack, die gelegentlichen Logikfehler und die vorhersehbare Story mit einigen Längen wird durch eine solide Schauspielleistung der Hauptdarsteller, guten (aber nicht übertriebenen) Actionszenen und den gigantischen Landschaftsaufnahmen wieder aufgewogen.