Hab ihn in der OV im UCI Bochum gesehen das Kino war mit ganzen 3 Leuten gefüllt, einer davon war nen Kumpel von mir).
Und er war leider genau das was ich erwartet habe:
!!Hollywood-Mainstream-Happy-End-Kacke!!
Also vorne weg will ich sagen das mir Tom Cruise als Captain Nathan Algren SEHR gut gefallen hat. Auch Ken Watanabe als Katsumoto war toll. Aber alle an die Wand gespielt hat Hiroyuki Sanada, absolut geniale -Tough Guy with Honor- Rolle, welche aber LEIDER VIEL ZU KLEIN war!!!! Hätte Hiroyuki Sanada die Rolle des Katsumoto gespielt und K. Watanabe die Rolle des -Tough Guys- wäre der Film bei mir zwar auch nicht viel besser angekommen, aber durch seine Präsenz hätte er Watanabes' Performance vergessen machen können. Die Rolle der verwitweten Samuraiehefrau war relativ gut besetzt, wenn auch ziemlich gesichtslos da sich der Charakter nicht wirklich entwickeln darf. Den Emperor fand ich irgendwie peinlich, kann aber auch an der Auslegung der Rolle liegen. Auch die Dorfbewohner inkl. Bob dem alten Bodyguard Samurai waren toll besetzt..
Leider waren die Bad Guys alle scheiße.... nur klischeebeladene Rollen, gespielt von mittelmäßigen Darstellern.
So nun hätten wir die Rollen durchgekaut. Kommen wir zum drumherum.
Die Musik: EINE KATASTROPHE !!!!! Mich hat noch nie in einem Film Musik so extrem gestört (kann mich jedenfalls nicht entsinnen das schon mal gehabt zu haben). Das Hans Zimmer kein unbegabter Schwätzer ist weiß ich, aber hier hätte man ganz einfach Joe Hisaishii für den Soundtrack engagieren sollen oder den Komponisten von "Musa" ( der Soundtrack hat zwar auch seine Macken, trotzdem fand ich ihn noch sehr gut) . Dass dieses (sorry, Hans) 08/15 US Soundtrack Gedudel, dass man auch zu 95 % unter "Saving Private Ryan" oder "Braveheart" hätte runterlegen können, für einen Samuraifilm geschrieben wurde, konnte ich fast nicht glauben. Das Schlimmste war: der Dreck lief ja fast unentwegt. Nur in relativ wenigen Szenen hatte man den Anstand das Gedudel wegzulassen.
Die Location: Naja ........das hatte alles schon so ein bisschen was von LOTR ..... hat mich aber nicht wirklich gestört, weil dann das Samurai Dorf wirklich fantastisch aussah. Trotzdem: Warum dreh ich einen Film der in Japan spielt nicht auch in Japan??? Ist ja nun nicht so, dass Japan ein fiktiver Ort ist wie Mittelerde. Aber egal.
Die Kämpfe: Da könnte ich mich relativ kurz fassen, tu ich aber nicht *G*, aber zusammen gefasst kann man sagen: Am Anfang Hui, zum Ende PFUI, aber durchgehend mit nem ordentlichen Härtegrad.
Der Kampf im nebligen Wald, in dem dann auch N.Algren gefangen wird war sehr sehr geil, man konnte alles nachverfolgen, cinematograhpisch (schreibt man des so??) wunderschön (die Samurai tauchen wie Geister aus dem Nebel auf....geil) und mit toller Choreographie.
Die Trainingskämpfe waren auch toll, speziell die von Hiroyuki Sanada.
Der Ninjaangriff hat mir auch gut gefallen.
Aber dann gings auch schon langsam los: Der Kampf von Tom Cruise gegen die
Autragsmörder in Tokyo in der späten Mitte des Films war schon ein bissel überdreht.
[SPOILER] Die Endschlachten waren unglaubwürdig und absolut an den Haaren herbeigezogen, halt Hollywood typisch. Da schafft es der Captain natürlich über das gesamte Schlachtfeld zu reiten um seinem Erzfeind sein Katana in die Brust ZU WERFEN (seltsamerweise hatte er direkt danach wieder ein Katana in der Hand.... könnte aber auch ein Wakizashi gewesen seine, also nagelt mich nicht drauf fest *G*) Da wird die gesamte Samuraiarmee am Ende mit MGs "zerballert" nur Tom Cruise überlebt das ganz. Zur Thronraumszene danach sag ich dann mal lieber nix. Aber dass die Nathan Algren dann als Einzigen ins Samuraidorf zurückkehren lassen..... ich hätte fast gekotzt (War zwar in der "Könnte seien, dass..." Form erzählt, aber nun ja, es wurde halt doch gezeigt).
Ich liebe Happy Ends ...... solange sie nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Hätte man sich diese Szenen gespart und Tom Cruise einfach an Katsumotos Seite sterben lassen sähe meine Meinung zum Film sicherlich anders aus. [SPOILER ENDE}
Also um es noch mal klarzustellen: der Film war nicht scheiße. Er war aber auch nicht das was ich erwartet habe: Ein durch seine Darsteller exzellent getragener Film, mit einer SEHR SEHR schwachen Story und schlechter Musik. Ich dachte sie machen’s eher anders herum.
Auch die Darstellung der Rolle der Amis in der japanischen Entwicklung zu der Zeit fand ich sehr Hollywood untypisch kritisch (und somit auch gut). Trotz alle dem hat man sich nicht getraut einen Ami als Hauptfiesling zu benutzen, sondern den westlich ausgerichteten superbösen Industrie Japaner....... Blah. Für US Verhältnisse aber doch ein sehr guter Film.
Trotzdem: Wieder mal 100 Millionen verballert, Geld mit dem die richtigen Leute 10 geile Samuraifilme hätten drehen können.
6/10