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„Last Samurai“ ist ohne Frage einer der Filme des Jahres 2004 den man unbedingt gesehen haben sollte. Ein bildgewaltiges, emotionsgeladenes Epos über die Geburt des modernen Japans was eintauchen lässt in mystische Welt des feudalen 19. Jahrhunderts.

„Last Samurai“ lässt einen eintauchen in eine Welt die man bisher nur aus wenigen Filmen kannte und die meist nur in Eastern -Schinken verbraten wurde. Die sagenhafte Kulisse die Zwick gekonnt einfängt ist einfach traumhaft, besonders deutlich wird das im mittelalterlich wirkenden japanischen Dorf. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und während sich Tokio und der urbane Teil Japans rasant den Westen annähert findet der Konflikt zwischen Altertum und Moderne einen Nährboden. Die Samurai, die Beschützer des Kaiserhauses, passen mit ihren Sitten und Riten nicht mehr ins neue Weltbild Japans. Die Ritterkaste wird abgelöst von einer modernen, schlagkräftigen, mit Schusswaffen ausgestatteten, Armee. Genau in diesem Wechsel der Zeitalter spielt „Last Samurai“ und legt dabei besonderes Augenmerk auf die Motivation der Samurai. Ihr Ehrenkodex `Bushido´ wird für eine Hollywood Produktion ausführlich studiert, besonders in den Gesprächen zwischen Katsumoto und Algren wird das deutlich. Diese Gespräche sind der Dreh- und Angelpunkt des Films, sie führen schließlich dazu das Algren sich den Samurai anschließt. Als es dann schließlich zum Aufeinandertreffen der Zeitalter kommt ist bereits vorher klar wie diese Schlacht ausgehen muß und Zwick setzt dies konsequent durch, nicht selbstverständlich für eine Hollywood Produktion. Auf der einen Seite die mit Schwerter bewaffneten Samurai, auf der anderen Seite die mit Gatling-Kanonen ausgestattete Armee des Kaisers... die Samurai fallen schließlich im Kugelhagel, das feudale Japan ist damit Geschichte...

Tom Cruise, als Bürgerkriegsheld Captain Nathan Algren, spielt besser und emotionaler als ich es ihm je zugetraut hätte. Cruise bewies zwar schon früher Talent (z.B. Minority Report) konnte es aber bisher eher selten wirklich unter Beweis stellen da er meist nur auf den Action Helden reduziert wurde. An der Seite von Ken Watanabe (Katsumoto) und unter der Regie von Edward Zwick läuft er zur Höchstform auf.
Hans Zimmer schafft eine sehr schöne musikalische Untermalung die sich durch eine Mischung aus klassischem Orchester und japanischen Musikstilen auszeichnet. Sehr gefühlsbetont, in den dramatischen Szenen aber auch sehr kämpferisch, gehört dieser Score sicher mit zu Zimmers besten Werken.
Der Film zeichnet sich zudem durch seine Liebe zum Detail aus. Das japanische Dorf, die Tempelanlagen, Kostüme, Rüstungen und Waffen versetzen einen glatt 100 Jahre zurück. Die Kämpfe spielen zwar in „Last Samurai“ keine so tragende Rolle, sind aber trotzdem perfekt choreographiert. Besonders die monumentale Schlacht zum Schluß lässt einem die Kinnlade runterklappen.

„Last Samurai“ ist wirklich ein grandioses Epos und vermittelt einen kleinen Einblick ins feudale Japan. Dieser Einblick, besonders durch seine Bilder und ruhige Gangart, lässt einen aber so schnell nicht mehr los und hebt den Film deutlich vom sonstigen Hollywood-Einerlei ab. Ein Film den man gesehen haben muß!

9/10

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