Review

Gleich vorne weg: Ich liebe Endzeit-Trash-Filme und „Lunar Cop“ (auch bekannt unter „Astrocop“) ist ein herrliches Exemplar dieser Gattung.

Inhalt(mit SPOILERN):
Nach dem 5. Weltkrieg ist die Erde mal wieder zum Teufel gegangen. Die Erde hat sich in eine vertrocknete Wüste verwandelt (kennen wir das nicht irgendwoher?). Die Regierung hat sich auf die Mondoberfläche zurückgezogen. Hier arbeiten ein paar Wissenschaftler an der Substanz „Amaranth“, welche das Erdklima wieder herstellen soll.
Eines Tages wird das Amaranth jedoch von einer Gruppe Rebellen gestohlen und zur Erde gebracht. Der tapfere Cop Joe Brody (Michael Paré) wird auf die Erde geschickt, um das Amaranth wiederzubeschaffen.
Als er mit seinem Motorrad und seiner Leder-Montur (ja, auch das kennt man ja aus einem anderen Film) rettet er durch Zufall das Leben der hübschen Zora, welche gerade von der brutalen Motorradbande des fiesen Kay (Billy Drago) überfallen wird (warum bleiben eigentlich nach einem Atomkrieg immer nur Motorradbanden übrig?). Daraufhin nimmt Zora Joe mit in ihr Dorf, wo die Menschen wieder ein halbwegs vernünftiges Leben führen. Natürlich sind Joe und Zora inzwischen auch unsterblich ineinander verliebt.
Doch es dauert nicht lange, bis Kay und seine Leute wieder auftauchen und Ärger machen. Daraufhin zeigt Joe den Dorfbewohnern, wie man sich wehren kann. Als Kay das nächste Mal angreift, kriegen er und seine Leute natürlich ganz schön eins auf die Mütze.
Joe hat inzwischen jedoch herausgefunden, dass seine neuen Freunde für den Diebstahl des Amaranths verantwortlich sind. Als er aber erfährt, dass die Mondwissenschaftler ein Gift in das Amaranth gemixt haben, was alles Leben auf der Erde vernichten soll, um den Herrschaften vom Mond einen freien Weg für einen Neuanfang zu machen, schlägt er sich natürlich auf die Seite der Rebellen.
Seine Vorgesetzten vom Mond sind davon nicht so begeistert und schicken einen Cyborg (was sonst?) auf die Erde um den Auftrag zu erledigen und Joe auszulöschen.
Der Cyborg macht Joe das Leben ganz schön schwer, trotzdem schafft es Joe noch, das Amaranth in eine übriggebliebene Stadt (welche sich schließlich als leerstehendes Haus entpuppt) zu bringen, wo es eingesetzt werden soll(natürlich ohne das Gift). Hier gibt es jetzt noch einen Twist, den ich aber nicht verraten will.

Kritik:
„Lunar Cop“ ist, wie schon oben beschrieben, Trash pur. Die Story ist aus allen möglichen Science Fiction- und Endzeit-Filme zusammengeklaut, der Film lässt keine Klischees aus und obendrauf gibt es dann noch richtig dämliche Wendungen. Für einen Endzeit-Trash-Fan wie mich, ist das ein reines Fest, für Leute die aber eher auf hochwertige Hollywood-Produktionen stehen, ist der Film das reinste Chaos.

Das niedrige Budget sieht man dem Film leider an, ganz besonders am Anfang. Der Film beginnt mit einer Kamerafahrt über den Mond, was natürlich nur die Aufnahme einer x-beliebigen Wüste ist, welche mit einem Blaufilter versehen wurde.
Weiter geht es mit der Mond-Station, welche wahrscheinlich ein 12-jähriger an seinem Computer entworfen hat. Auch die Innenaufnahmen der Station sehen aus, wie aus Pappe gemacht. Wie Joe Brody auf die Erde gelangt, hat man sich (bis auf eine billige Szene in der ein Raumschiff vom Mond abhebt) auch drum herum geschummelt.
Auf der Erde dann ist der Look Gott sei Dank wieder besser. Die Endzeitatmosphäre ist auf jeden Fall gelungen, auch wenn alles natürlich einfach nur in einer Wüste gedreht wurde. Nur am Ende, wo der Cyborg auftaucht, macht sich das niedrige Budget wieder bemerkbar. Um Zerstörungen an dem Cyborg zu simulieren, wurde dem Cyborg einfach ein bisschen Schlamm ins Gesicht geschmiert und der „Tod“ des Cyborgs bittet auch mal wieder ein paar billige Computer-Effekte. Als Trash-Fan ist man dies aber natürlich gewöhnt.

Die Trash-Höhepunkte des Filmes sind aber die vielen absurden, unfreiwillig komischen Ideen. Da wäre zunächst einmal das Dorf in dem Zora lebt: Die Bewohner sehen aus wie die „Kelly Family“, leben nur von Gemüse und „haben sich natürlich alle unheimlich lieb“.
Dann wäre dann noch der Cyborg, welche im Film auch als „Stopper-Cyborg“ oder auch nur als „Stopper“ bezeichnet wird. Dieser hat rote Haare, guckt ob hätte er in die Hose gemacht und soll unheimlich gefährlich wirken, indem er ganz langsam und tief spricht. Man könnte direkt meinen, dass er das Nachfolgemodell von Frank Zagarino´s Cyborg aus der „Shadowchaser“-Reihe ist ;-)
Hinzu kommen noch viele absurde Ideen in der Handlung: So darf sich Bandenchef Billy Drago für seinen Finalen Kampf gegen Joe Brody wie ein Indianer schminken. Spätestens wenn aber ein kleiner Junge bei dem Rocker-Angriff, einen Rocker in bester „Kevin allein zu Haus“-Art unschädlich macht, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Was bei dem Film aber wirklich zu 100% überzeugen kann, ist die Action. Es wird geschossen, gekämpft und in die Luft gejagt. Außerdem gibt es noch eine kleine Motorrad-Verfolgungsjagd durch die Wüste. Das ganze wurde gut in Szene gesetzt und es geht teilweise auch recht blutig zur Sache.
Außerdem wird es nie langweilig und man wird immer gut unterhalten.

Die Musik des Filmes ist zwar auch trashig, passt aber irgendwie.

Die meisten Schauspieler sind natürlich ebenfalls trashig. Michael Paré ist zwar charismatisch wie immer, als er gegen Ende aber den gebeutelten und enttäuschten Kämpfer spielt, wird es schon etwas lächerlich. Überzeugen kann aber auf jeden Fall der Bösewicht vom Dienst Billy Drago. Die anderen Darsteller sind weder gut, noch schlecht, sondern für einen Film wie diesen einfach standardmäßig.

Fazit: Wer auf Action, Cyborgs und Endzeit steht, ist hier gut bedient. Natürlich ist der Film billig und trashig gemacht, trotzdem wird man gut unterhalten und es gibt jede Menge sehenswerte Action.

7/10

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