Eric, ein ehemaliger Drogendealer, hat mit dem alten Leben Schluss gemacht und wurde Fotojournalist. Vier Jahre nachdem er L.A., die Szene und seine Freundin Julie verlassen hat, kehrt er zurück und sieht sich seinem alten Partner gegenüber, der inzwischen mit Julie zusammenlebt. Es spinnt sich eine explosive Intrige an, die an Brisanz gewinnt, als ein Freund Erics bei den Drogendealern eine Million Dollar stiehlt und Eric als Täter verdächtigt wird.
Midnight Hero ist mal wieder so einer der absolut durchschnittlichen Thriller/Erotikthriller, die zum einmaligen anschauen taugen, schnell aber wieder aus dem Gedächtnis verschwinden, denn viel passieren tut hier eigentlich gar nicht. Action kommt bis zum Showdown beinahe gar nicht vor und auch von großer Spannung merkt man wenig. Michael Pare darf sich ein wenig durch die Betten von LA rammeln und Dennis Hopper schaut verdrießlich durch die Landschaft und brabbelt etwa 10x "Ich will mein Geld".
Die Story ist denkbar einfach und kommt sogar komplett ohne jegliche Twists aus. Der einsame Held, der in New York seiner Vergangenheit entfliehen will, kommt nach vier Jahren zurück in die Stadt der Engel, gerät dort unter Mordverdacht, weil sein Kumpel Danny ein Vollidiot ist und beim Drogendealer ausrauben erkannt wird. Dazu steht er bald unter Mordverdacht bei der korrupten Polizei und muß zudem dem örtlichen Gangsterchef die geklaute Million wiederbeschaffen, was 2 Handicaps nach sich zieht. Zum einen weiß nur Danny selber, wo die Kohle ist und zum anderen wird Danny von den Gangstern ermordet (selber blöd, die wußten doch das nur einer das Versteck kennt und sowas will der local crimelord sein).
Allerdings plätschert das Geschehen meist nur dahin, Eric darf sich mit seiner Ex-Flamme zoffen, weil der sie vor dem Traualtar hat stehen lassen, nur das beide gegen Finale ihre Liebe wiederentdecken können, gähn. Lustig auch irgendwie das hier jeder jeden zu kennen scheint und die munteren Liebesbeziehungen untereinander, da scheint selbst LA eben auch nur ein Dorf zu sein. Die Bösen sind sowieso ziemlich hohl, wie bei Danny´s Hinrichtung, aber auch im Showdown bewegen sich die zahlenmäßig überlegenen Thugs dermaßen dämlich, das sie mühelos abgeschossen werden können.
Ganz ohne Reiz ist Midnight Hero natürlich auch nicht. Der Cast ist gut zusammengestellt, auch wenn Leute wie Tony Todd oder Joe Lara weitgehend verschenkt werden. Die Geschichte dümpelt noch so eben im Aufmerksamkeitsbereich dahin, allerdings wird auch niemand einen Kabelbrand im Herzschrittmacher vor lauter Aufregung erleiden.
5/10