Review

Handlungsanriß:

Durch ein Komplott kommt es zum Krieg zwischen den Menschen und dem Imperium von Elysium. Die Menschen unterliegen und die Erde wird besetzt.
Der junge Van nimmt den Kampf gegen die Invasoren auf.


Meinung:

Der Film wurde vollmundig beworben: Als koreanische Antwort auf „Final Fantasy“ und als „kühne Melange“ aus „Star Wars“ und „Akira“ wurde er bezeichnet. Das einzige, was daran kühn ist, ist diese Behauptung.
Nichts davon trifft zu. Zwar handelt es sich hier um ein vollständig am Computer entstandenen Film, aber von der Optik und der Technik her macht der zum Vergleich herangezogene „Final Fantasy“ eine weit bessere Figur, obwohl er älter ist. Zwar ist die Grafik bei „Elysium“ nicht wirklich schlecht und auch die Animationen sind einigermaßen… aber eben auch nicht mehr. Schon die 3D-Modelle der Menschen sehen nicht wirklich gut aus. Wenn sie sich dann auch noch bewegen, erinnern sie zum Teil eher an alte Computerspielzwischensequenzen, als an einen modernen Animationsfilm. Weder sehen die Figuren überzeugend aus, was bei „Final Fantasy“ gelungen ist, noch so künstlich, daß man gewollte Abstraktion annehmen könnte. Die technischen Gerätschaften wie Raumschiffe, Mechs, etc. gefallen mir da schon besser. Auch gibt es einige nette Ideen, deren Umsetzung aber meist besser hätte sein können. Wobei manche Einstellungen sogar richtig gut aussehen, insgesamt ist der Film jedoch zu inhomogen.

Von der Story her, hätte der Film durchaus Potential gehabt, denke ich. Da sind wirklich epische Ansätze drin und interessante Charaktere. Das alles kommt aber in der viel zu kurzen Laufzeit von etwa 80-85 min gar nicht richtig zur Geltung. Daher wirken die Wendungen an den Haaren herbeigezogen und die Charaktere bleiben blaß. (Um so ärgerlicher, daß ausgerechnet der Jar-Jar Binks dieses Filmes, diese komische Roboterkugel, vergleichsweise viel Filmzeit bekommt.)
Da man sowieso zuwenig Zeit hatte, alles zu erklären, hat man es dann auch gleich ganz gelassen, dem Film ein logisches Gerüst zu verpassen. Oft fragt man sich „Wieso?“
Beispiel: Die Invasoren wollen alle Menschen töten. Scheint jedenfalls so. Aber es reicht offenbar, sich in Gebäuden zu verstecken, damit sie einen nicht finden. Und wieso wird ausgerechnet Van später als „erster Krieger“ auserwählt?!
Ich bin, was solche Sachen angeht, eigentlich äußerst tolerant und sehe über so was gerne hinweg. Jedenfalls wenn der Film sonst wenigstens etwas bietet. Bei „Elysium“ sucht man da lange.

Vielleicht wäre als ein positiver Punkt das Potential zu nennen, das der Film trotz aller Mängel erkennen läßt. Man hat das Gefühl, daß die Macher sich deutlich mehr Gedanken über das Geschehen und die Filmwelt gemacht haben, als man nachher tatsächlich sieht. Und mit einer Technik, die wenigstens auf „Final Fantasy“-Level ist, wäre der Look des Filmes gleich sehr viel besser geworden. Offenbar fehlte hier das nötige Geld.
Immerhin gibt es nette Mecha-Kämpfe zu sehen…. aus denen man aber auch noch einiges mehr hätte rausholen können.

Trotzdem fand ich den Film nicht soooo schlecht, wie sich das jetzt liest, was aber wohl daran liegt, daß ich solchen Werken generell eher positiv eingestellt bin und mich schon freue, wenn jemand überhaupt so was macht. Objektiv sind die Schwächen aber nicht wegzudiskutieren.
Wer gute Computeranimation sehen will, sollte zu „Final Fantasy“ greifen. Oder zu „Appleseed“, wobei letzterer noch mit der spannend erzählten Story punkten kann.

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