Der 'internationale Kino-Hit' Into The Sun als später, dennoch v.a. aufgrund der 'Mega-Action' speziell in Form 'grenzenloser Luftkämpfe' willkommener Nachzügler von Top Gun und Co., hier sogar mit einer Ehrerweisung in Richtung Der Stählerne Adler und auf der Metaebene noch zusätzlich mit dem Tom Cruise für bescheidene Gemüter, dem damals schon längst in B-Gefilden den Flug des Verderbens antretenden Michael Paré nämlich besetzt. Sowohl er als auch Partner Anthony Michael Hall sind allerdings mit dem bunten Achtziger Jahre Kino bestens vertraut und auch mit dem Buddy Picture (die Houston Knights! respektive Upworld - Mein Kumpel, der Kobold!) nicht unbefleckt, wird die Szenerie und die Menagerie mit den arabischen Muselmännern auf Meuchelmord per Kampfjet nicht von vornherein mit Bierernst wie den ebenso aktuellen, allerdings auch wesentlich mehr Zuschauer erreichenden Flug durch die Hölle oder dem tatsächlichen Ripoff Airborne - Flügel aus Stahl aufgezogen, sondern als saloppes, an Auf die harte Tour erinnerndes Abenteuer mit buchstäblich preiswerten, aber final umso voluminöser gehandhabten Explosionen und als Kumpelkomödie mit Witzen schneller als der Schall abgeliefert. Gedreht vom besten Mann in Hollywood: Fritz Kiersch:
Flieger-As Capt. Paul 'Shotgun' Watkins [ Michael Paré ] hat zwar mit Lt. DeCarlo [ Brian Haley ] schon einen Partner, bekommt aber im Auftrag von ganz oben durch seine direkte Vorgesetzte und auch Love Interest Maj. Goode [ Deborah Moore ] mit dem Hollywoodstar Tom Slade vorübergehend einen Schützling und auch noch seinen aufdringlichen Agenten Mitchell Burton [ Terry Kiser ] aufgedrückt; Slade will für einen kommenden Streifen die Luft der Realität schnuppern und sich im Method Acting bilden. Spätestens als Watkins den Mann aus Tinseltown beim Flirten mit 'seiner' Flamme erwischt, ist es bei beiden nicht mehr weit her mit der eh schon unterkühlten Beziehung; nach einem Abschuss über feindlichen Gelände durch den Söldner Dragon [ Linden Ashby ] müssen sie sich allerdings zusammenraufen.
Trimark Pictures hat das Gebilde hier gestemmt, eine Unterabteilung von Vidmark präsentiert, ein Geschehen aus dem Blick amerikanischer Perspektiven und spielend irgendwo über dem Mittelmeer. Über den Wolken zumindest und zwischen ihnen hindurch, mit Überschallgeschwindigkeit der Freiheit entgegen und dies mit Kampfgeist und mit Sporteslust. Umdrehungen und Wirbel am Horizont und auf dem Radar gleichermaßen, dazu neckische Sprüche über den Funk, die eher an ein frisch verliebtes Pärchen als an Kollegen und Kameraden bloß erinnern und wo getreu der Sexualität von Top Gun auch viel vom “ich habe dich am Hintern zu fassen, Kumpel, willst du's normal oder mit Schuss?“ und dem “Schön stillhalten. Jetzt bist du dran. Jetzt bist du dran. Nimm es einfach wie ein Mann“ und “Wirf mal ein Blick auf dein Hinterteil.“ gesprochen und geturtelt wird.
Um eine Männerfreundschaft geht es auch noch später, um eine Beziehung mit Anfangsschwierigkeiten, die sich aus der unterschiedlichen Herkunft, der Sozialisation, dem Berufsleben und der Auffassung vom Leben selber ergeben; um ein Kumpelfilm erst in Simulation und dann auch mit Schuss, um eine Partnerkomödie, einen Flieger- und einen Actionfilm. Das gewählte Genre ist dabei sowohl eines, was der Pare vorher und nachher bedient als auch eines, was seine Figur hier anleiten muss und wofür auf der fiktiven Leinwand hier der engagierte Schauspieler mit seinen Reißern um 'Leise, aber tödlich', G wie Gefahr', 'Flammen des Zorns', 'Der Blitz schlägt zu', ' Der Blitz schlägt wieder zu' zuständig und bekannt und berühmt, beim normalen Massenpublikum zumindest, nicht beim Captain selber ist. Einer davon weiß, was er kann und dass er auch gut aussieht, der zweite, der blondgelockte Gockel, sieht sich selber gern im Spiegelbild, erweist sich aber schnell auch als Naturtalent und damit auch als Plage, denn als Konkurrenz.
Um Machismo und Kriegs- und Siegsmentalität und Fliegerethos geht es hier scheinbar auch, getreu wie in den anderen oftmals als reaktionär und treiberisch und propagandistisch verschrienen und verschriebenen Arbeiten, die jahrelang selber Feindbild der Kritiker und anderer Mentalitäten und Nationalitäten waren und hierbei gleichsam überhöht auf eine andere Ebene und auf die Schippe genommen werden und wo Sein auf Schein und Unterhaltungskunst auf alternative Kultur trifft. Interessanterweise stecken hinter dem Film nicht nur gleich zwei mal zwei Vertraute, nämlich die jahrelang nur miteinander arbeitenden Autoren John Brancato und Michael Ferris, die im gleichen Zeitraum auch F 117A - Stealth War (1992) und Codename Black Angel (1991) geschrieben haben, und Oliver G. Hess und Kevin M. Kallberg von Hess/Kallberg Productions, die für die Herstellung von bspw. den Air Force - affinen Warbirds (1989), Codename 7700 - The Final Experiment (1994), Firehawk - Operation Intercept (1995), The Zone (1995) und Top Jets - Angriff aus den Wolken (1998) verantwortlich waren; eingeschweißte Männerbündnisse und eng miteinander verknüpfte Seilschaften im Kino und in der Realität und hüben wie drüben. Zu Männerbündnissen kommt es hier im Film später auch, aber erst wird sich angenehm entspannt darüber lustig gemacht und auch ein wenig amüsiert; wobei der Vorteil des eher intim wirkenden bzw. im Kleinen wohlfühlenden Filmes auch ist, dass keiner der beiden Figuren unsympathisch scheint und die Darsteller ebenso im lockeren Umgang miteinander verbunden sind. Der Humor erfreut sich ebenso über sie wie mit ihnen; selbst der Hauptgegner bekommt interessanterweise zwar keine Gags ab, aber eine ausgesuchte Persönlichkeit und somit auch Präsenz in das Cockpit gelegt.
Aus Spaß wird dann bald Ernst, mittig das Szenario aus der Kaserne heraus und erst in einen Luftkampf und dann dem Absturz- und Gefangenengeschehen vertan und das in der Theorie Erlernte angewandt und in die Praxis umgesetzt. Kein abrupter Tonwechsel, sondern ein fließender Übergang mit einem Überbleibsel vorheriger Methoden – dem Filmstar fallen als Erstes in der Wüste Geheimratsecken auf und die Gefahr einer Lederhaut durch die glühende Hitze, und wie ein Statist aus Lawrence von Arabien will er auch nicht sterben – , aber schon auch das Einbinden einer Rettungsmission, eines Folterkellers und feindlich gesinnter Beduinenstämme, die das Maschinengewehr unter dem Gewand hervorzaubern und auf Exekution und knackiges Erschießungskommando Marke "Jalla! Jalla!" erpicht sind.