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Dieser Film ist in vielerlei Hinsicht etwas anders – und auf eine andere Weise wiederum auch nicht. Was es bereits gab, dass ist der Plot. Nach Westernmanier gibt es dort die bösen Biker, das gutaussehende, wehrlose und (fast) unschuldige hilfsbedürftige Weib, das als Romanze für den Hauptdarsteller herhalten muss. Dann hätten wir noch den Fremden, der nach jahrelanger Abwesenheit wieder sein altes Revier betritt – man sieht, die Story trieft vor Klischees. Damit hinterher kein Kritiker wegen historischer Haltlosigkeit den Mund auf macht, spielt der Plot nun offiziell „An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit“. Ein Fantasieszenario also.

Aber es ist nicht das Drehbuch an sich, dass bei diesem Film von Walter Hill punktet. Es sind mehr die Begleitumstände, die den Film zum Klassiker werden lassen. Also, fangen wir einmal an…

Zu den Schauspielern lässt sich nicht viel Negatives verlieren. Sie machen ihre Sache allesamt ordentlich bis gut. William Dafoe ist zweifellos ein Höhepunkt, schade nur, dass man ihn nicht so oft zu sehen bekommt.

Die Kameraführung und der Schnitt sind unterhaltsam, aber bodenständig. Da der Film zu grossen Teilen Nachts spielt, bekommt der Zuschauer von der „amerikanisches-Südstaaten-Kuhkaff-Idylle“ meistens recht wenig mit. Auf der anderen Seite tragen diese Nachtszenen dazu bei, die Actionszenen zu unterstreichen.

Die Ausstattung, die Aufbauten und die Requisiten sind dagegen wieder sehr stimmig und hübsch geraten. Man kann förmlich den Staub auf der Kleidung des Hauptdarstellers fühlen, oder den Ekelfrass in der Truckerkneipe riechen. Die Kostüme sind glaubwürdig und wie alles andere in dieser Stadt ziemlich am Ende.

Nun kommen wir zu einem der wahren Schmankerl – dem Soundtrack. Hier werden sämtliche Register gezogen. Jim Steinmann (jahrelanger Hauskomponist von Meat Loaf), Ry Cooder (Blues-Gitarren-Legende), den Blasters (später u. a. bei From Dusk til dawn, wer interessiert ist: http://www.theblasters.com/cgi-bin/blast/bio.html ), Tom Patty und Ellen Aim.

Der Film lebt grösstenteils von der Coolness des Hauptdarstellers und des Soundtracks. Walter Hill hat sicher nicht den Actionfilm neu erfunden, jedoch ist ihm hier ein unterhaltsamer und überdurchschnittlich innovativer Film gelungen. Würde ich jederzeit wieder ansehen.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkten, weil der Film kurzweilig und interessant gestaltet ist. Mehr Punkte hätte ich vergeben, wären die Dialoge und die Charaktere etwas weniger klischeehaft ausgefallen. Strassen in Flammen ist aufgrund von Defiziten bei der Story und den Charakterhingründen kein Meilenstein des Actionfilms, aber nichtsdestotrotz für einen unterhaltsamen Fernsehabend sehr geeignet.

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