Review

Pures Rock & Roll-Adrenalin

"Streets of Fire" ist ein Kultfilm vor dem Rockgott. Und das im klassischsten Sinne, nicht im neuerlich inflationär genutzten. Eine kleine Gruppe von Leuten kennt ihn. Davon lieben ihn noch weniger. Die dafür umso inniger. Ich bin einer davon. Walter Hill schuf hier ein Brett von einem Genremix. Musical, Rockballade, Actionfest, Gangsterthriller, 80er-Cheese-Fest - kurz: der feuchte Traum eines jeden Fan exzessiver Experimente, gewagter Geheimtipps, kurzweiliger Kleinode. Selten passte es besser: 90 Minuten die rocken! Von Bikern in homoerotischen Lederkluften, holden Popstars in Gefangenschaft und einem bleihaltigen und wortkargen Retter in der Not - "Streets of Fire" muss man sehen, fühlen, einen überwältigen lassen. Der Rockstar in Walter Hills Oeuvre, in den man abtauchen kann und  sofort die Zeit vergisst. Und wer kann zu einem Dafoe in Latexlatzhose schon nein sagen?

Wenige Actionfilme drücken einen konsequenter in den Sessel. Bild und Ton, Erotik und Gewalt, Style und Trash gehen eine einmalige Fusion ein, die ihrer Zeit Lichtjahre voraus war. Vollkommen 80s und doch beeindruckend zeitlos bietet "Streets of Fire" eine Mischung aus Fiebertraum und Rockkonzert. Nicht immer Haute Couture, doch immer Haute Tension. Wer also mal Schwung in seinen Actionfilmalltag bringen will und keine Scheu vor Querschlägern hat, der sollte sich "Streets of Fire" fett auf seiner Watchlist markieren. Vergleiche oder Beschreibungen gibt es kaum und schlagen fehl. Vom jungen Willem Dafoe in Lack und Leder bis hin zu einem ansteckenden Soundtrack - mich kickt das Ding immer und immer und immer wieder. Heiße Schlitten, schlimme Frisuren, coole Sprüche, harte Typen, sexy Ladies - einmalig lässig! Künstlichkeit und Kitsch aus ihrem Zenit.

Fazit: ein Film wie ein schmutziges Glamrock-Konzert - feiere ich ohne Bremse!

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