Dario Argentos frühes Werk
„Profondo Rosso“
kann als Genreprägend für den italienischen Psychohorrorslasher angesehen werden. Handwerklich meistert Argento in gewohnter Facon optische Highlights in sein Werk. Dabei kreiert er geschickt ein anspruchsvolles Psychothrillergenre mit intensivem Charme und Spannungsbögen, die nervenzerreißend sind.
Man merkt zwar das für Dario Argento Hitchcock als starke Inspirationsquelle fungiert, doch durch das Einführen von Stilmitteln aus dem Horrorfilm, gelingt es ihm eine unbeschreibliche Intensität zu erschaffen, die man wirklich als filmischen Terror bezeichnen kann.
„Profondo Rosso“ kann selbst nach 32 Jahren immer noch den Zuschauer in seinen Bann ziehen, was nicht viele Filme aus dem Bereich von sich behaupten können. Die interessante Mixtur aus übersinnlichen Phänomenen und realer Psychopathologie, sind die diabolische Basis Argentos, um den Zuschauer zu malträtieren!
Zur Story:
Der Pianist Mark Daly beobachtet den Mord an seiner Nachbarin, die übersinnliche hellseherische Fähigkeiten besitz. Als Zeuge dieses bestialischen Verbrechens, welches ihm nahe geht, nimmt er eigenständig Nachforschungen auf, um den Mörder Dingfest zu machen. Bald stellt sich heraus, dass der Mörder Mark ziemlich genau kennt und ihm auch ans Leder will...
Marks Spur führt zu einer heruntergekommenen Villa, welche als von Geistern heimgesuchtes Haus verschrieen ist. Ihm wird schnell deutlich, dass hier ganz irdische (ein „wenig“ traumatisierende) Phänomene zugange sind...
Atmosphärisch sehr dicht inszeniert und mit einem hervorragenden David Hemmings in der Hauptrolle, der übrigens in den 80igern auch Regie bei den Serien „A-Team“ und „Magnum“ führte, gelingt es Argento einen verstörenden Film zu erschaffen.
In Sachen Blut geizt „Profondo Rosso“ auch keineswegs und so kann man sich als Genreliebhaber genüsslich zurücklehnen und die durchaus eigenwillige Kreativität Argentos beäugen.
Der Score von Goblin ist neben den genannten Komponenten ein zentrales Element für die infernale Stimmung in „Profondo Rosso“. Treibend und rastlos wehen uns hier stimmige Sounds um die Ohren, die kontinuierlich die Pulsfrequenz steigern.
Fazit:
Stimmiger Genrefilm mit einer von Dario Argento perfekten Inszenierung. Selbst die Auflösung des Rätsels, wer nun der Mörder ist, birgt noch einen kleinen Twist!
Dennoch vergebe ich 8,5 Punkte, weil mir „Tenebrae“ mehr zusagte.