Review

Der Pianist Mark (überzeugend: David Hemmings) beobachtet den Mord an seiner medial-begabten Nachbarin. Er stürmt in ihre Wohnung, doch der Killer ist bereits weg. Fortan versucht sich Mark als Detektiv und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur ...

"Profondo Rosso" markiert den Startpunkt von Argentos Gialli, wie wir sie heute kennen: ausgedehnte, innovative Kamerafahrten, eine konstruierte, aber spannende Geschichte und dazu grafische Morde vom Feinsten.
Wie so oft bei Argento spielt schon in diesem Film ein traumatisches Erlebnis aus Kindertagen eine entscheidende Rolle bei der Lösung des Falles. Zudem erlebt man den mit schwarzen Handschuhen ausgestatteten Mörder in der Ego-Perspektive bei seiner "Arbeit". All das kennt man vom Meister des Fachs. Die Musik seiner Lieblingsband Goblin begleitet das blutige Treiben.

Dass "Profondo Rosso" nicht zu den besten Werken Argentos gehört, liegt an der zähen ersten Hälfte. Nachdem das Medium ins Gras gebissen hat, vergeht viel zu viel Zeit, bis der Mörder erneut zuschlägt. Erst 45 Minuten später wird es richtig aufregend. Ab da kann man Argento keinen Vorwurf mehr machen. Er zieht die Spannungsschraube fast minütlich an. Die Auflösung der Geschichte ist - obwohl denkbar simpel - doch eine kleine Überraschung. Schaut man jedoch zu Beginn ganz genau hin, kann man den Mörder sogar schon nach seiner ersten Tat identifizieren!

Neben David Hemmings agiert Argentos damalige Frau Daria Nicolodi als Reporterin. Nicolodi ist die Mutter von Asia Argento und spielte später u.a. auch im bei uns beschlagnahmten "Tenebre".

Fazit:
Kleine dramaturgische Schwächen hat "Profondo Rosso" noch aufzuweisen. Trotzdem trägt dieser Thriller bereits in allen Belangen die unverkennbare Handschrift Argentos, die er bis "Sleepless" (2000) perfektionierte. Sehr gute 7/10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme