Der sensible Musiker Marc (David Hemmings) und die angriffslustige Journalistin Gianna (Daria Nicolodi) verfolgen den Mord an einer Hellseherin (Macha Méril), die offenbar sterben musste, weil sie die Gegenwart eines Mörders erspürt hat. Während die ungleichen Amateurermittler über Männlichkeit und Weiblichkeit zanken, tritt hinter den Morden allmählich eine unselige Verkettung geschlechtlicher Abhängigkeiten zutage…
Ein komplexer und intelligenter Giallo, der durch sein unvergleichliches Gespür für Augenblicke der Furcht, des Schocks und der plötzlichen Gewalt auffällt, die durch streunende Kamerafahrten und unkonventionell zersplitterte Bildfolgen verblüffend plastisch umschrieben werden. Das bühnenhafte Szenenbild und die monumentale Architektur lassen die Figuren wie verlorene Zwerge erscheinen, denen ihre eigene Welt fremd geworden und buchstäblich über den Kopf gewachsen ist. Die urkomischen Schlagabtausche zwischen Marc und Gianna und die grausigen Enthüllungen ihrer Nachforschungen verbinden sich zu einem fein geeichten Doppelradar, das unauffällig und ohne belehrende Absichten einen von Abhängigkeiten, Zwängen und Machtausübung beherrschten Stand der Geschlechter aufdeckt, dem niemand entkommen kann und der sich bestenfalls in arglosen Streitgesprächen, schlimmstenfalls in furchtbaren Gewaltausbrüchen entlädt.