7
Einer der besseren Thriller vom allgemein überbewerteten Herrn Argento. Die Aufklärung der Morde und die Jagd nach Hinweisen auf die Identität des mysteriösen Killers, dessen Gesicht wir tatsächlich sehr früh sehen, strotzen nicht gerade vor Spannung und ziehen sich speziell in der uncut Fassung gewaltig in die Länge, so als würde die ganze Handlung in Zeitlupe ablaufen, jedoch kann man dem Meister dieses Mal nicht vorwerfen, nicht auch genug kunstvolle Bildkompositionen und raffinierte Kniffe mit eingebaut zu haben. Schwarze Lederhandschuhe und ziemlich blutige (wenn auch nicht übermäßig einfallsreiche) Arten des Ablebens sind ebenfalls fester Bestandteil dieses Vorzeige-Giallos. Richtig dufte ist der funky Soundtrack von Goblin. Die beatlastigen Rhythmen bleiben einem ebenso lange im Gedächtnis haften wie das vermoderte Todeshaus als schaurige Kulisse oder der völlig absurde Moment mit der Aufziehpuppe.
9
Aber hallo, "Rosso - Die Farbe des Todes" ist ein ganz hervorragender Giallo! Dario Argento hat einen homogenen Mix aus kontrastreicher Musikuntermalung, exzentrischer Kameraarbeit und ultrabrutalen Morden geschaffen, der in Sachen Spannung so ziemlich alles toppt. Die atmosphärischen Kamerafahrten sollten später zu Argentos Markenzeichen Nr. 1 werden und sind in "Rosso - Die Farbe des Todes" bereits perfektioniert. Wenn dazu dann noch die Jungs von Goblin die Tonspur rocken, wird "Rosso - Die Farbe des Todes" zur schweißtreibenden Angelegenheit. Dass die Auflösung am Ende dann alles andere als logisch ist, ist man ja gewohnt. Argento delivers!