Review

Untote Bodycounter, die Achweißichwievielte...
...aber da muß man durch, notfalls mit einer Spitzhacke.
So in etwa wie der hier ansässige Jeremiah Stone, der als 150 Jahre toter Goldgräber zu neuem Leben erwacht (und frisch verschimmeltes Fleisch auf die Knochen kriegt), weil irgendwelche untalentierten Jungmimen seinen Schatz abgreifen wollen.
Die Bevölkerung der Hinterlandstrichs Y (Einwohnerzahl in 100 Meilen Umgebung so 10-12) haben sich damit schon ganz gut arrangiert und darben in Semi-Armut, wirrem Gerede und gelegentlichem Bespringen rattiger Bräute dahin, als nach dem üblichen Start-Mord (an dem erfolgreichen Junggoldsucher Jared) drei flotte Pärchen aus der Bastelkiste im County einfallen. Als da wären: glückliches Pärchen; geldgeiler Jungsack mit meist nacktem Mäuschen und der übliche Semi-Nerd mit seiner Fotografenbitch, die lieber in einem Spa wäre. Ja, so klischeehaft läuft das hier.

Man hakt also den netten Sheriff ab, begegnet der ausgeflippten Nelly und ihrer ultrascharfen Tochter (oder was auch immer, sie hat jedenfalls enorm knappe Sachen an), läßt sich vom typischen Vor-dem-Saloon-Hocker bescheißen und findet alsbald in einem notdürftig abgedeckten Minenschacht, den Opferfiguren offenbar nur zentimenterweise pro Stunde durchkrabbeln dürfen, den dollen Schatz, der aber nicht aus Goldbrocken, sondern aus frisch geschmiedetem Tand besteht.
Zwischendurch holt mal eins der Mädels die Hupen raus und der Nerd futtert ne Dose Bohnen und schifft dann geräuschvoll ins Unterholz, was den Sheriff animiert zu mahnen, daß hinterher aber sauber gemacht werden soll.

Wer da noch aus seiner Komapause erwacht, darf dann dem übel-splattrigen Treiben von Mr.Stone beiwohnen, der mit Hacke und Schaufel die Jungkomparsen und die restliche Einwohnerschaft platt macht und dabei sogar mal etwas rummatscht (abgetrennter Kopf, gekochter Kopf, Hacke in die Eingeweide), aber bloß nicht zu viel. Dabei ich Jeremiah recht fit und agil und grollt noch ordentlich rum, was aber nur Vierjährigen Angst macht (was dann auch dem Intelligenzniveau aller Figuren zusammen entspricht).

Wie die Chose ausgeht, kann man sich denken und genauso fällt die Axt dann auch.
Allerdings erst nach irre flotten 79 Minuten Lauflänge, die man noch nach Kräften mit sogenannten Gaststars gestreckt hat, die gerade mal zwei Tage Urlaub hatten und ihr Seniorentonikum bezahlen mußten. John Philip Law kommt noch am besten weg, indem er den ach so lieben Sheriff mimt, das Highlight ist aber wie immer Horror-Oma Karen Black als wildwuschige Nelly. Richard Lynch läßt sich gleich zu Beginn verhackstücken und Jeff Conaway taucht in der leidvoller Rückblende auf - warum man aber ausgerechnet Chefbösling Martin Kove für ein abolut unwichtiges und funktionsloses Anderthalb-Minuten-Cameo verpflichten mußte (er hört sich eine Tirade von Black an, während ein Girlie an seinem Unterhemd rumgrabbelt), ist das spannenste Geheimnis des ganzen Films.

Für Splatterfans mag die Story ja noch ein paar nette Momente hergeben, ansonsten bewahrheitet sich jedoch nur wieder, daß John Carl Buechler zwar ein Top-Effekte-Mann ist, der wunderbare Todesarten nachstellen kann, als Regisseur jedoch nur ein talentloser Notnagel, der stets und ständig von saublöden Klischees erschlagen wird.
Immerhin: solange man mit den depperten Figuren als Zuschauer herumblödelt, wirds wenigstens nicht langweilig und so ein paar Schauwerte genügen ja als Trockenfutter für zwischendurch. Für den gängigen homo sapiens strandet die Show aber bei 3/10.

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