Review

The Shade Runner

Im "Arche Noah Prinzip" klammerte sich "uns' Roland" an Kubrick, in "Joey" an Hooper, in "Hollywood Monster" an Spielberg - und "Moon 44"? Der könnte kaum spürbarer von Ridley Scotts (und James Camerons) Meisterwerken beeinflusst sein. Und ist meiner Meinung nach dennoch eigenständig, kompetent und hübsch genug, um als erste echte Warm-Up-Runde für "Universal Soldiers" und Co. gelten zu können... "Moon 44" ist campigster Sci-Fi-Schlock vom Feinsten, mit wenig Sinn und viel Knastfilmflair, bei dem wir in der nahen, dystopisch-düsteren Zukunft einem Elitepiloten und Spezialagenten undercover auf einen Minenmond begleiten, wo er herausfinden soll, warum so viele Arbeitsdrohnen verschwinden...

Ist das Emmerichs erster guter Film?!

Nicht ganz, muss ich leider direkt meiner eigenen Zwischenzeile antworten. Denn obwohl "Moon 44" anfangs so wirkt als ob er weit über seinem Budget und seiner Gewichtsklasse kämpft - von den vielen bekannten ("Sonst-eher-2.-Reihe-")Köpfen über eine exzellente Ausstattung, beeindruckende Sets und einem qualmend-coolem Look bis zu auffällig vielen handgemachten Effekten und actionreichem Sci-Fi-Kram - spätestens wenn sich dann die wirkliche Bedrohung entpuppt und es an's Eingemachte gehen sollte, geht ihm deutlich die Luft aus. Die eigene und auch die, die er aus fremden Ökosystemen dreist herausgesaugt hat. Dann wird's flach und unübersichtlich, wirr und vage. So bleibt ein unterkühlter und launiger Cocktail, der aber gänzlich an der Oberfläche bleibt. Und an eben dieser sollte man hier auch null kratzen - denn darunter wird man kaum Eisen oder Ideen erblicken, sondern nur schon leicht fauliges Recyclematerial... Trotzdem hat er bei mir einen Sympathiestein im Brett und ich kann den gut weggucken. Teils sogar richtig gut.

Fazit: "Moon 44" sieht top aus für sein Budget, er hat einige echte Charakterfressen samt markiger Sprüche mit an Bord und feurige Dogfights auf einem fernen Bergbaumond... Im Endeffekt ist aber auch er nur ein Derivat weit bekannterer, besserer und cleverer Hits (wie "Aliens", "Top Gun", "Last Starfighter" oder "Blade Runner"). Oder eben ein Aufwärmen für Emmerichs damals noch kommende Eigengewächse wie "Stargate" oder "Independence Day", von denen man hier schon extrem viele Details und ganze Sequenzen erkennt.





Details
Ähnliche Filme