Die beiden eineiigen Zwillinge Elliot und Beverly waren schon von Kind an der Anatomie des Körpers interessiert. Aus beiden wurden nun erfolgreiche Gynäkologen und zusammen haben sie eine Praxis, vor allem für reichere Frauen. Die Zwillinge wohnen auch zusammen und teilen sich ihre Freundin, die Schauspielerin Claire, welche beiden den Laufpass gibt, als sie erfährt, dass es zwei „Liebhaber“ sind. Doch Beverly hat sich tatsächlich in sie verliebt und will sich nun mental von seinem Bruder „abkapseln“.
Es sind doch immer wieder die Frauen, die aus zwei Unzertrennlichen zertrennliche machen. Dies betrifft in Cronenbergs Film die Gynäkologen Zwillinge Elliot und Beverly (die Namensgebungen sind hier seltsam Kerle heißen Beverly, deren Love Interest hat den Nachnamen Niveau, keine Ahnung ob da eine Aussage hinter stecken soll). Allerdings ließ mich Dead Ringers doch vergleichsweise kalt und kam mir mit seinen knapp zwei Stunden auch etwas zu lang vor.
Jetzt kann man natürlich prinzipiell jeden Film von Cronenberg oder David Lynch ob ihrer Andersartigkeit oder Innovation abfeiern, muß man aber auch nicht. Eigentlich geht's doch nur um Zwillinge, die alles teilen (Job, Wohnung, Mädels), aber doch gewisse Unterschiede im eigenen Auftreten haben. Beverly der der eher sensible, Elliot der mehr forsche, die sich selbst als große Symbiose sehen, aber durch die Schauspielerin Claire (und es ist mir eigentlich Wurst wieviele Gebärmutterausgänge die oder die anderen Patientinnen haben) quasi gezwungen werden individuell zu denken und zu handeln.
Die Geschichte soll sogar auf einer wahren Begebenheit beruhen und fängt sogar ganz witzig an, als man die beiden kurz in Kindheitstagen präsentiert mit wirklich köstlichen Dialogen, geht dann aber doch danach in die psychologische Schiene über und bleibt auch da. Das soll jetzt nicht heißen das Dead Ringers jetzt schlecht ist, aber wenn man sich die Wertungen querbeet so anschaut, dann erwartet man ja beinahe schon ein kleines Meisterwerk, was der Film für mich einfach nicht ist.
6/10